Märkte / Makro

«Eine sehr verwirrende Situation»

Bengt Holmström, MIT-Wirtschaftsprofessor und Nobelpreisträger, sieht den Mangel an sicheren Anlagen als prägend für die heutigen Finanzmärkte.

Für seine Forschung über die wirksamsten Anreize, um Angestellte zu guter Leistung zu motivieren, hat der finnische Ökonom Bengt Holmström 2016 den Wirtschaftsnobelpreis erhalten. Nun beschäftigt ihn besonders die Entwicklung auf den Märkten für Schuldpapiere. Auf diesen «existiert kein echter Preisfindungsmechanismus» – anders als an den Aktienbörsen, erklärt er im Gespräch mit «Finanz und Wirtschaft» am Rande des Jahrestreffens des Swiss Finance Institute. Wird die Sicherheit von Gläubigern angezweifelt, bricht die Funktion des Marktes zusammen.

Professor Holmström, Sie forschen über den Geldmarkt und Schulden. Was sagen uns die niedrigen Zinsen?
Sie geben uns momentan grosse Rätsel auf. Die Zinsen sind sehr niedrig oder gar negativ. Gleichzeitig sind aber die Investitionen sehr gering: Die Unternehmen investieren ihre freien Mittel lieber in Aktienrückkäufe oder in Dividenden. In den USA sehen wir darüber hinaus eine geringe Arbeitslosenquote sowie gleichzeitig eine tiefe Inflation.

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