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Eine verpasste Chance für Kasachstan

Der Wechsel im Präsidentenamt verheisst keinen Aufbruch für das zentralasiatische Land. Dabei hapert es mit der schon lange versprochenen Diversifizierung der rohstofflastigen Wirtschaft.

Aslan Sagutdinov steht im Zentrum der westkasachischen Stadt Oral, es ist Anfang Mai. Er hält ein leeres Blatt Papier vor sich. Die Polizei reagiert, wie es der 24-Jährige provozieren wollte: Er wird abgeführt. Zuvor erklärte er: «Ich will, dass es aufhört, bevor wir zu Nordkorea werden!» Ein paar Tage später werden zudem soziale Medien wie Facebook geblockt, um Protestaufrufe zu verhindern.

Dabei sollte es eigentlich eine Zeitenwende zu einem demokratischeren Kasachstan sein: Nach fast dreissig Jahren war im März Nursultan Nasarbajew als Präsident abgetreten. Nachfolger Qassym-Schomart Toqajew, ehemaliger Generaldirektor der Genfer Uno-Niederlassung, muss sich zwar am 9. Juni gegen zwei Gegenkandidaten behaupten. Aber das ist nur Formsache vgl. Box «Stabilität statt offene Wahl».

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