Märkte / Aktien

«Eine Zeitenwende sehe ich nicht»

Daniel Wittmer, CEO der Privatbank Bellerive, über die Folgen der Ukrainekrise und andere Herausforderungen des Private Banking in der Schweiz.

Herr Wittmer, hat sich Ihre Buy-and-Hold-Strategie während der ersten Phase des Ukrainekonflikts bewährt?
Absolut, gerade weil unsere Strategie auf Blue Chips mit Schwerpunkt auf Energie, Rohstoffe und Pharma fokussiert und wir Volatilität als Renditequelle ausschöpfen.

Gab es Anrufe besorgter Kunden?
Selbstverständlich zeigen sich Anleger in Krisenzeiten beunruhigt, das trifft auch auf unseren Kundenkreis zu. Wir verfolgen einen konservativen Investmentansatz. Die Portfolios sind gut aufgestellt, und es besteht wenig Erklärungsbedarf.

Zeichnet sich mit dem Ukraine­konflikt eine Zeitenwende auch für das Schweizer Private Banking ab?
Eine Zeitenwende sehe ich nicht. Der Zustand der Branche ist vielmehr belastet durch erodierende Margen und die zunehmende Regulierungsdichte, entsprechend hoch sind die Kostenfolgen. Wir haben uns daher für ein Kooperations­modell mit der Graubündner Kantonalbank entschieden, das auf beiden Seiten Kostenvorteile freisetzt. Aktuell weisen wir eine im Branchenvergleich rekordtiefe Cost-Income Ratio von rund 45% aus.

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