Unternehmen / Konsum

Einsprache gegen Murdoch-Einstieg bei MCH

Durch die Einreichung der Einsprache ist die für den 3. August geplante Generalversammlung gefährdet.

(AWP/GAH) Der geplante Einstieg von James Murdoch bei der Messebetreiberin MCH Group (MCHN 14.95 0.67%) könnte sich durch die Einsprache eines Aktionärs zumindest verzögern. Das berichten die Zeitungen von Tamedia am Donnerstag. Erhard Lee von der Zürcher Vermögensverwaltung AMG Analysen & Anlagen werde bei der Übernahmekommission (UEK) eine Einsprache einreichen, wodurch die für den 3. August geplante Generalversammlung gefährdet sein könnte, wie es heisst.

Am Freitag werde Lee Einsprache gegen eine Verfügung der UEK einreichen, mit der diese bestimmte Modalitäten der Übernahme genehmigt hatte, heisst es in dem Artikel. Weder die UEK noch MCH wollten den Tamedia-Zeitungen gegenüber zu der Einsprache Stellung nehmen. Die Komission hatte am 15. Juli die generelle Opting-up-Klausel sowie die eventuell geplante selektive Opting-up-Klausel genehmigt, mit der der Kanton Basel-Stadt von einer Angebotspflicht beim Überschreiten der Schwelle von 50% entbunden wird.

Lee kontrolliert früheren Angaben zufolge über seine Fondsgesellschaft AMG 9,8% der MCH-Aktien. Bereits in der vergangenen Woche hatte er in der Presse den geplanten Einstieg von Murdochs Lupa Systems LCC kritisiert. MCH werde unterbewertet, und die Anteile der Altaktionäre würden durch die geplante Kapitalerhöhung stark verwässert, lauten seine Hauptkritikpunkte. Im Interview mit FuW widersprach MCH-CEO Bernd Stadlwieser dieser Darstellung.

Gegenüber der Nachrichtenagentur AWP erklärte Lee: «Es ist noch keine Einsprache eingereicht, aber es ist eine in Vorbereitung». Die Einsprache beziehe sich auf die Gruppenbildung der öffentlichen Hand mit dem neuen Investor. Grundsätzlich sei man offen für einen neuen Investor, betonte der Vermögenserwalter weiter. Jedoch seien ihm die Absichten von Herrn Murdoch bislang noch nicht persönlich offenbart worden.

Durch die Coronakrise hat sich die ohnehin schon schwierige Situation der Messebetreiberin noch verschärft. Es droht insbesondere ein Liquiditätsengpass, weil infolge der Versammlungseinschränkungen mehrere Veranstaltungen abgesagt werden mussten. Mit dem Murdoch-Einstieg sollte das Unternehmen finanziell saniert werden, wie FuW berichtet hat.

Die Anteilseigner sollen an einer ausserordentlichen Generalversammlung am 3. August über mehrere Anträge des Verwaltungsrats für das Rettungskonzept abstimmen. Daneben hatten mehrere Alternativen im Raum gestanden, insbesondere die lukrative Art Basel stand im Interesse der Investoren (hier und hier). Das Unternehmen lehnte jedoch alle Vorschläge ab und stellte grundlegende Veränderungen in Aussicht.

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