Hier irgendwo könnte sie sein, die goldene Stadt, nach der die Konquistadoren suchten. Die Spanier vermuteten El Dorado in den Anden oder am Amazonas, der englische Abenteurer Sir Walter Raleigh suchte gegen 1600 im Dschungel des heutigen Guyana danach; auf einer niederländischen Karte dieser Zeit war hoffnungsvoll das «Goudrijcke Landt Guiana» verzeichnet. Real sind dagegen die Kaieteur-Katarakte, die der Brite Charles Barrington Brown 1870 dort «entdeckte»: doppelt so hoch wie die Victoria-, viermal höher als die Niagarafälle. Auf diese Touristenattraktion erhebt Nachbar Venezuela seit jeher Anspruch, wie überhaupt auf zwei Drittel Guyanas – von der «Zona en Reclamación» ist die Rede. Vor deren Küste liegen Ölvorkommen, deren Ausbeutung durch Guyana den «bolivarischen» Despoten Nicolás Maduro in Rage versetzt. Allerdings fehlt es Venezuela nicht an Öl, bloss dem Chavista-Regime an Verstand. 1982 annektierte Argentiniens Junta – das Land steckte mal wieder in einer Wirtschaftskrise – die Falklands. Der patriotische Rausch lenkte das Volk von seiner Not ab, bis zur Kapitulation. Ob Maduro Soldaten schickt, umso mehr, als El Dorado lockt? Weit kämen sie wohl nicht: Benzinmangel.