Märkte / Emerging Markets

El Salvador: Bürger als Bitcoin-Versuchskaninchen

Präsident Bukele erklärt die Kryptowährung zum gesetzlichen Zahlungsmittel und könnte so ein Paradies für Geldwäscher schaffen.

Andreas Knobloch, Havanna

Als die Pläne des zentralamerikanischen Landes El Salvador bekannt wurden, als erste Nation der Welt den Bitcoin zur offiziellen Währung zu machen, war das Erstaunen gross. Der 39-jährige Präsident Nayib Bukele hat im Schnellverfahren die offizielle Anerkennung der digitalen Währung in El Salvador durchgepaukt. Sie wird Anfang September in Kraft treten und sorgt für kontroverse Diskussionen.

Der angesehene Harvard-Ökonom Dani Rodrik hat die Überraschung in einem Tweet zusammengefasst: «Ein Land, das in einem verrückten Geldsystem feststeckt (Dollarisierung), bewegt sich in ein noch verrückteres System, indem es Bitcoin zum gesetzlichen Zahlungsmittel macht.» Selbst die ökonomische «Theorie des Zweitbesten» – wonach bei Marktverzerrungen eine eigentlich ineffiziente Lösung optimal sein könnte – helfe ihm nicht dabei, «mir eine Geschichte auszudenken, wie das gut ausgehen könnte». Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?