Milch, Butter, Käse. Emmis Kerngeschäft könnte simpler nicht sein – und aus Anlegersicht wohl nicht langweiliger: kaum Wachstum, starker Kostendruck, staatlich regulierte Abnahmepreise. Aber dem ist schon seit ­Jahren nicht mehr so. Die Luzerner geben sich nicht mit dem wenig lukrativen Heimmarkt für die Basisgüter zufrieden. Stattdessen lautet die Devise: Wachstum und Marge dank Engagements in neuen Segmenten und Märkten verbessern.

1993 legt der Zentralschweizerische Milchverband Luzern die kommerziellen Tätigkeiten unter Emmi zusammen. Was seit den Vierzigerjahren eine Marke in Anlehnung an den Ort Emmen war, soll der Name eines international tätigen Milchverarbeiters werden. Bereits in den wirtschaftlich schwierigen Siebziger- und Achtzigerjahren hat das Unternehmen Produkte ausserhalb des herkömmlichen Milchsegments lanciert und das Geschäft in Italien und in Fernost aufgebaut.

Dreimal höherer Umsatz

Als Nächstes kommen Engagements in Chile, Tunesien und Israel dazu. Im Ausland wächst Emmi stetig, aber behutsam. Daneben werden Schweizer Traditionsmarken wie Gerber Fondue eingegliedert und die Innovation ausserhalb des herkömmlichen Geschäfts vorangetrieben. Richtig los geht es in den Nullerjahren. Ab 2002 ist Emmi Marktführerin in der Schweizer Milchwirtschaft. Rund zwei Jahre später kommt sie an die Börse und der kalte Kaffee Caffè Latte in die Läden – der Beginn einer Erfolgsgeschichte. In zwanzig Jahren hat Emmi den Umsatz mehr als verdreifacht – der Aktienkurs steht achtmal höher als bei der Kotierung. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?