Unternehmen / Schweiz

Empa: ein Pflanzgarten für Ideen

Gian-Luca Bona, Direktor der Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt, sucht auf unbekanntem Terrain nach Lösungen, die der Schweizer Volkswirtschaft nutzen.

Kaum ein Tag vergeht, an dem die Empa nicht zitiert wird. Was geschieht beim Brand eines Elektroautos, wie ist die Klimabilanz der Schweiz, welche Atemmaske schützt am besten vor Covid-19, oder wie sinnvoll ist es, Gurken in Folie einzuschweissen? Die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt, kurz Empa, gibt Antworten auf viele Fragen, neutral und wissenschaftsbasiert.

Mit Materialprüfung im ursprünglichen Sinn hat die Arbeit des Instituts aus dem ETH-Bereich, das 1880 als «Anstalt für die Prüfung von Baumaterialien» gegründet wurde, nur noch wenig zu tun. «Die Materialprüfung umfasst heute noch 6 bis 8% unserer Tätigkeit», sagt Gian-Luca Bona, seit 2009 Direktor der Empa. «Wir entwickeln in der Regel Testprozeduren und geben diese an die Privatwirtschaft weiter.» Wenn Tests repetitiv ablaufen, könne daraus ein Geschäft werden, dass dann kommerzielle Testlabore oder die Industrie übernehmen.

Keine reine Grundlagenforschung

«Wir versuchen, Pfadfinder zu sein, die auf unbekanntes Terrain hinausgehen und nach Lösungen suchen, die für die Volkswirtschaft der Schweiz nützlich sind», beschreibt Bona die heutige Rolle der Empa. Dabei geht es ihm nicht um reine Grundlagenforschung. In der Regel seien die naturwissenschaftlichen Grundlagen auf dem jeweiligen Arbeitsgebiet mehr oder weniger bekannt. Darauf aufbauend versuche die Empa komplementär zu den beiden ETH und den Hochschulen der Industrie Umsetzungshilfen zu geben, sei es mit Innovationen, mit Dienstleistungen oder mit Beratung. «Aber wir beachten dabei immer, dass wir Firmen, die darin auch gut sind, nicht konkurrenzieren.» Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?