Unternehmen / Industrie

Ems-Chemie spielt ihre Stärken aus

Analyse | Die Gruppe hat im Coronajahr 2020 alles richtig gemacht und das hohe Margenniveau trotz einer merklichen Umsatzeinbusse verteidigt.

Für Ems-Chemie habe das Geschäftsjahr 2021 sehr gut begonnen. Die Aussage der VR-Delegierten Magdalena Martullo an der virtuellen Bilanz­medienkonferenz zergeht auf der Zunge wie ein zart schmelzendes Praliné – und tut in dieser unwirtlichen Zeit auch ähnlich gut. «Der Aufschwung ist im Gang, verläuft aber noch instabil», sagte sie weiter. Die Nachfrage sei hoch, die Kunden füllten ihre Lager, aus Zuversicht, aber auch weil sie sich Material sichern wollen und weil sie sehen, dass die Preise steigen. 

Trotz diverser Teil-Lockdowns setzt sich der Aufwärtstrend vom zweiten Semester 2020 also ins laufende Jahr hinein  fort. In besagtem Halbjahr drückte der Anbieter von Spezialitäten im Bereich der Hochleistungspolymere kräftig aufs Pedal. Dementsprechend übertreffen die für das Gesamtjahr gemeldeten Zahlen die Erwartungen. Hatte es zur Jahresmitte noch eine organische Umsatzeinbusse von 21,6% zu vermelden gegeben, reduzierte sich diese bis Ende September auf 17,7% und bis Ende Dezember weiter auf noch 11%. Im Schlussquartal habe der Verkaufserlös über dem Vorjahreswert gelegen. Dieser war zwar nicht grossartig, aber immerhin Covid-frei.

Anhaltend gutes Neugeschäft 

Einordnen lässt sich die organische Umsatzentwicklung anhand der weltweiten Automobilproduktion. Diese steht für etwa 60% des Umsatzes der Gruppe und ging 2020 rund 16% zurück. Ems-Chemie hat also klar besser abgeschnitten – dank Neugeschäft, in dem es keine Einbussen gegeben habe. Doch auch bei ihr ist der Einnahmenrückgang in Franken einiges grösser als auf organischer Basis. Denn auch da haben negative Währungseffekte die Situation verschlimmert und rund 5% Umsatz gekostet.

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