Die Schweiz zählt in vielen international vergleichenden – sinnvollen und weniger sinnvollen – Ranglisten und Indizes zur absoluten Spitze. Das gilt auch für den Energie-Trilemma-Index des Weltenergierats, einen der sinnvolleren ­Indizes. Er bewertet die Energiesysteme von 128 Ländern ­anhand von drei Kriterien: Versorgungssicherheit (gegenwärtige und künftige Versorgung des Landes mit Energie), Zugang/Bezahlbarkeit (Zugang zu sowie Bezahlbarkeit von Strom, Treib- und Brennstoffen) sowie Umweltverträglichkeit (Belastung von Umwelt und Klima). Die Schweiz erreichte im World Energy Trilemma Index 2020 erneut den ersten Rang, vor Schweden und Dänemark (die Auswirkungen von Corona sind nicht erfasst). Besonders erfreulich: Die Schweiz liegt im Teilindex Umweltverträglichkeit mit der geltenden Energiepolitik recht deutlich vor Schweden und Norwegen an der Spitze. In der Versorgungssicherheit hingegen verliert sie an Terrain. Sie erreicht im aktuellen Bericht lediglich Rang 24. Noch 2019 lag sie auf dem 11. Platz. Die Schweiz wird in diesem Teilindex weiter abrutschen, denn die Abhängigkeit von Stromimporten steigt im Rahmen der Energiewende. Damit dürfte auch die Führungsposition in der Umwelt­verträglichkeit gefährdet sein, weil die Importe teils aus Kohlekraftwerken stammen. Auch der Spitzenrang im Gesamt­index ist damit nicht mehr gesichert.