Märkte / Rohstoffe

Entscheid von Opec+ drückt den Ölpreis

Das Kartell und seine Partner beschliessen eine Erhöhung der Fördermenge. Zudem sollen Quoten neu aufgeteilt werden.

(Reuters) Die grossen Ölförderstaaten haben sich auf eine Anhebung ihrer Produktionsmengen von August an geeinigt. Zudem sollen die Förderquoten der in der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) zusammengeschlossenen Staaten und ihrer Partner wie Russland im Mai kommenden Jahres neu aufgeteilt werden, wie die Opec+ genannte Gruppe am Sonntag mitteilte. Damit wurden Differenzen zwischen Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten ausgeräumt, die die Verhandlungen ins Stocken gebracht hatten. Die Aussicht auf ein wachsendes Angebot belastet den Ölpreis. Die Sorte Brent (Brent 74.19 +0.87%) aus der Nordsee verbilligt sich am Montag um gut 1% auf 72,80 $ je Barrel.

Weil sich die Wirtschaft von der Corona-Pandemie erholt, steigt auch die Ölnachfrage. Das wiederum trieb die Ölpreise zuletzt auf den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren. Im vergangenen Jahr, als die Nachfrage eingebrochen war, hatte die Opec+-Gruppe ihre Produktionsmenge um ein Rekordvolumen von zehn Mio. Barrel pro Tag gesenkt. Seither hatten das Exportkartell und seine Partner die Fördermenge schrittweise angehoben, so dass sich die Verringerung zuletzt nur noch auf 5,8 Mio. Barrel pro Tag belief.

Nun einigten sich die zuständigen Minister der Opec+-Staaten darauf, dass die Fördermenge von August bis Dezember um weitere zwei Mio. Barrel pro Tag gesteigert wird. Insgesamt verlängerte die Staatengruppe ihr Abkommen, das bisher bis April 2022 laufen sollte, bis Ende 2022. Damit wollen die Mitglieder ihren Spielraum vergrößern und sich für den Fall wappnen, dass die Wirtschaftserholung und damit auch die Ölnachfrage sich nicht mehr so stark entwickelt.