Märkte / Makro

Erhöhtes Risiko einer Double-Dip-Rezession

In der Eurozone sinken die Frühindikatoren für Oktober unter die Wachstumsschwelle.

Als im Frühling die Covid-19-Pandemie über Europa hereinbrach, wurde der ökonomische Schaden lange unterschätzt – ähnlich wie danach die Erholung für viele überraschend stark ausfiel, als die Welle abflaute und die Massnahmen gelockert wurden. Auch in der aktuellen zweiten Welle ähnelt der Versuch, den Gang der Wirtschaft zu prognostizieren, einem Stochern im Nebel. Zu unberechenbar ist der Verlauf der Infektionsraten, zu komplex sind die Wirkungszusammenhänge zwischen epidemiologischen Variablen und ökonomischen Entscheidungen.

Die Konjunkturforschungsstelle Kof der ETH Zürich arbeitet daher mit Szenarien. Im Negativszenario sind schon bald schärfere Massnahmen wie partielle Lockdowns und Stilllegungen einzelner Geschäftszweige nötig, um die Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern. Der wirtschaftliche Einbruch hätte zur Folge, dass das Schweizer Bruttoinlandprodukt 2020 rund 5% schrumpfen würde – statt der erwarteten 3,6% im Basisszenario mit glimpflichem Pandemieverlauf. Aus heutiger Sicht seien beide Szenarien etwa gleich wahrscheinlich, sagte Kof-Leiter Jan-Egbert Sturm an der Online-Medienkonferenz zur neuen Prognose. Dieser Artikel ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital-Abonnements ab 28 Fr. / Monat Zu den Abonnements Bereits abonniert?

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