Unternehmen / Ausland

Ermottis Spac bringt Zegna an die Börse

Der italienische Herrenausstatter Ermenegildo Zegna geht in New York via Spac an die Börse. Sergio Ermotti steht an der Spitze der Unternehmenshülle.

(AWP) Der italienische Herrenausstatter Ermenegildo Zegna geht «durch die Hintertür» an die New Yorker Börse. Der Luxusmodehersteller soll noch in diesem Jahr auf eine leere Unternehmenshülle (Spac) verschmolzen werden, die der Finanzinvestor Investindustrial Anfang des Jahres gelistet hatte.

Die 1910 als Textilfabrik in Trivero im Piemont gegründete Zegna werde dabei mit 3,2 Mrd. $ bewertet, erklärte das Unternehmen am Montag. «Wir hätten noch 100 Jahre unabhängig bleiben können», sagte Firmenchef Gildo Zegna der «Financial Times». Aber die Gelegenheit sei günstig gewesen und die Luxusmodebranche sehr herausfordernd. Mit der Übernahme durch  Investindustrial Acquisition Corp kommen 880 Mio. $ frisches Kapital herein.

Die 1990 gegründete Investindustrial hat italienische Wurzeln und investiert vor allem im Süden Europas. Als Chairman für das Spac hatte der Investor den früheren UBS-Chef Sergio Ermotti angeheuert, der inzwischen dem Verwaltungsrat von Swiss Re (SREN 83.26 +0.26%) vorsitzt. Investindustrial Acquisition hatte bei dem Börsengang 403 Mio. $ eingeworben, nun schiessen die Investoren 250 Mio. $ nach. Weitere 225 Mio. $ steuert Investindustrial selbst bei und bekommt dafür 11% an der künftig börsennotierten Zegna. Die Familie Zegna hält nach der Transaktion noch 62%.

In 80 Ländern aktiv

Zegna verkauft vor allem Businessanzüge über 296 eigene Läden in 80 Ländern. Wie alle Luxusmodehersteller leidet das Unternehmen unter der Corona-Krise, weil Geschäfte monatelang geschlossen waren und der Geschäftsreisebetrieb brachlag. 35% des Umsatzes erwirtschaftete Zegna vor der Pandemie in China. In diesem Jahr hofft das Unternehmen, wieder an die Verkaufszahlen des Jahres 2019 heranzukommen.

Zegna ist nicht das einzige italienische Modeunternehmen, das zumindest teilweise den Besitzer wechselt. Am Sonntag war bekannt geworden, dass die Eigentümerfamilie von Etro 60% der Anteile an den Finanzinvestor L Catterton verkauft, hinter dem unter anderem der französische Luxuskonzern LVMH (MC 673.30 +2.01%) steht. Etro werde dabei mit rund 500 Mio. € bewertet, sagten Insider. L Catterton hatte in Deutschland kürzlich den Schuhhersteller Birkenstock geschluckt.

Leser-Kommentare