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Erneut Kritik vor GV von GAM

An der Generalversammlung des Vermögensverwalters dürfte es Widerstand wegen des Vergütungsberichts geben.

(AWP) Im Vorfeld der Generalversammlung des Vermögensverwalters GAM (GAM 16 -1.6%) regt sich von Aktionärsseite her erneut Widerstand. Stein des Anstosses sind laut einem Kommentar des Aktionärsberaters ISS Zahlungen an GAM-Manager, vor allem die Antrittszahlung an den Leiter Verkauf und Vertrieb Tim Rainsford. ISS empfiehlt den GAM-Aktionären daher, am 26. April den Vergütungsbericht in der nicht bindenden Konsultativabstimmung abzulehnen. Für die weiteren Traktanden wird ein Ja empfohlen.

Rainsford stiess Anfang 2017 von der Man Group zu GAM und erhält allein im Rahmen des Übertritts 5,5 Millionen Franken. Bei der Zahlung geht es um Ansprüche, die nach dem Weggang bei seinem vorherigen Arbeitgeber verfallen sind. Sie werde entsprechend im Geschäftsbericht von GAM aufgelistet. Das Salär von Rainsford für die Arbeit bei GAM ist darin allerdings nicht enthalten. Dazu muss das Unternehmen keine Angaben machen.

Fortschritte bei Rainsford

In einer am Dienstag veröffentlichten Stellungnahme verteidigt GAM die «Ersatzzahlungen», die sie Tim Rainsford bezahlt. Diese seien als Ausgleich für den Jahresbonus 2016 und einer Reihe von langfristigen Aktienprämien bei der Man Group, die er verlor, vorgesehen und würden gleichwertig vergütet. Es seien Kosten, die man für die Verpflichtung eines «Mannes seines Kaliber» in der Turnaround-Situation von GAM habe aufwenden müssen.

Rainsfords Rolle sei für den künftigen Erfolg der Gruppe von «grundlegender» Bedeutung und er habe den Vertrieb gestärkt und bereits «erhebliche Fortschritte» erreicht, so GAM. Die von ihm eingeführten Änderungen hätten dazu beigetragen, dass GAM im Investment Management im Jahr 2017 einen Rekord-Nettomittelzufluss von insgesamt 8,6 Milliarden Franken habe verbuchen können.

Massnahmen eingeführt

GAM zeigt sich von der ablehnenden Haltung von ISS zum Vergütungsbericht enttäuscht. Schliesslich habe die Gruppe im vergangenen Jahr «umfangreiche und weitreichende Schritte» unternommen, um den Bedenken der Aktionäre Rechnung zu tragen, heisst es. Diese Änderungen habe ISS «anerkannt und begrüsst». «Und wir freuen uns, dass ISS den Aktionären nun die Genehmigung einer festen und variablen Vergütung der Konzernleitung sowie des Verwaltungsrats empfiehlt», fügt GAM an.

Der Konzern hatte vergangenes Jahr eine Reihe von Massnahmen im Vergütungsprozess eingeführt: Beispielsweise ein konzernweites Ziel für eine «Compensation Ratio» oder Obergrenzen für variable Vergütungen der Konzernleitung. Im Jahr 2017 ist das Salär von CEO Alex Friedman um beinahe 30% auf 4,35 Mio. Fr. zurückgegangen, dies obschon GAM den operative Gewinn deutlich gesteigert hatte.

Aktionärsaufstand 2017

An der vergangenen Generalversammlung im April 2017 hatten die GAM-Aktionäre die variablen Management-Vergütungen für 2017 noch abgelehnt, und auch der Vergütungsbericht 2016 wurde konsultativ abgelehnt. GAM-Verwaltungsratspräsident Scott-Barrett hatte damals die Überarbeitung der Vergütungsstrukturen angekündigt und diese dann auch umgesetzt.

Die komplette Historie zu GAM finden Sie hier. »

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