Unternehmen / Finanz

Erste rein digitale Bank der Schweiz geht an den Start

Die Bank Cler bietet als Erste in der Schweiz ein kostenloses Konto an, das rein via Smartphone-App geführt wird.

Ein gebührenfreies Bankkonto? Diese Zeiten schienen in der Schweiz passé. Weil die Banken kaum mehr Zinsen einnehmen, haben sie in den vergangenen Jahren die Gebühren auf Kontoführung, Bargeldbezug, Debit- und Kreditkarten fleissig angehoben. Doch eine schert jetzt aus. Die Bank Cler bringt mit Zak ein kosten­loses Bankkonto, das rein über eine Smartphone-App funktioniert. Gratis mit dabei: Debit- und Kreditkarte, Zahlungsverkehr und Bargeldbezug an allen Bancomaten in der Schweiz.

Das Angebot befindet sich bereits in der öffentlichen Testphase. Zusammen mit den Geschäftszahlen am 8. Februar wird Cler Zak offiziell lancieren. So will die Bank wohl auch ihren recht neuen Namen in den Köpfen verankern. Denn Cler gibt es erst seit rund einem Jahr. Bis dahin firmierte sie unter der weitherum bekannten Marke Bank Coop. Dann verkaufte der Detailhändler seinen Restanteil am Finanzinstitut von rund 10% an die Basler Kantonalbank (BKB). Das Staatsinstitut hält heute über drei Viertel an Cler.

Die auf die Nordwestschweiz fokussierte BKB benutzt die Tochter als schweizweit aktiven Arm. Cler will mit der App eine neue Generation Bankkunden ansprechen und schneller wachsen als der Markt. Das kostet: Die Entwicklung der neuen Gratis-Banking-App hat laut der Bank einen mittleren einstelligen Millionenbetrag gekostet. Die Überlegung: den Kunden mit einem simplen kostenlosen Basisangebot an die Bank heranführen, um ihm später vielleicht andere, kostenpflichtige Produkte verkaufen zu können.

Komplett gratis ist Zak dann aber doch nicht. Bei Zusatzleistungen wie Sperrung oder Neuanforderung von Karte und Pin sowie bei Zahlungen oder Bargeldbezug im Ausland fallen sehr wohl Gebühren an.

Bisher hat keine Schweizer Bank ein solches sogenanntes Mobile-only-Angebot. Vorbilder im Ausland sind George von den Sparkassen Österreichs, das deutsche Start-up N26 oder Revolut, ein Jungunternehmen aus Grossbritannien. Ebenfalls ein Novum: Cler integriert in ihrer App das Angebot weiterer Dienstleister. Zu Beginn sind das der Versicherer Baloise (BALN 178.8 1.53%) und der Online-Shop Siroop. Das Kalkül: Wenn der Kunde via Zak Geld für Ferien spart, kann er in der App gleich noch eine Baloise-­Reiseversicherung und den Siroop-Sonnenhut bestellen.

Die komplette Historie zu Bank Cler finden Sie hier. »

Leser-Kommentare