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«Es braucht Strafzölle gegen die Schweiz»

Joseph Gagnon vom renommierten Peterson Institute bezeichnet die Schweizer Währungsuntergrenze als aggressiven Akt und fordert andere Länder zu drastischen Gegenmassnahmen auf.

Peter De Thier, Washington

Ob die Schweizerische Nationalbank mit der Euro-Franken-Untergrenze den «Währungskrieg» anheize, wird seit ihrer Einführung unter Ökonomen debattiert. Die meisten haben Verständnis für die Haltung der Schweiz und sehen darin keinen aggressiven Akt. Doch es gibt auch andere Stimmen. So hat «Finanz und Wirtschaft» schon im vergangenen Herbst ein Interview mit dem Euro-Experten Daniel Gros geführt, der die Schweiz als «Weltmeister der Währungsmanipulation» betitelt hat. Ein Blogbeitrag auf fuw.ch hat sich  danach kritisch mit dieser Argumentation auseinandergesetzt.

Mit Joseph Gagnon (vgl. die Box rechts) nimmt jetzt ein weiterer renommierter Ökonom im Gespräch mit unserem Korrespondenten Peter De Thier in Washington im gleichen Sinn wie schon Daniel Gros Stellung. Die überaus expansiven Massnahmen der Zentralbanken zur Nachfragestimulierung haben die Angst vor einem Abwertungswettlauf wieder zuoberst auf die internationale wirtschaftspolitische Tagesordnung befördert. Damit droht auch die Schweiz mit der Untergrenze wieder vermehrt in den Fokus zu geraten. (MDM)

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Leser-Kommentare

Peter W. Ulli 08.02.2013 - 19:50
Mr. Gagnon hat schon eine etwas einseitige Ansicht. Als Amerikaner und ehemaliger Söldner im Dienst der US Notenbank und US Finazministerium, ausgerechnet die Schweiz als Währungsmanipulator hinzustellen, hat er vermutlich vergessen, dass die USA seit mind. den 70iger Jahres des letzten Jahrhunderts alles tut um die eigene Währung runterzudrücken. Vielleicht mit einer Ausnahme, die Amerikaner sprechen zwar immer , dass… Weiterlesen »
Marliese Teitler 09.02.2013 - 01:47
“Wer ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein” – und das sind a priori ganz bestimmt nicht die Amerikaner. Das ganze Interview toent “es zaehlt nur was fuer die USA gut ist” – denn der absolut richtige Entschluss der SNB hat seinen negativen Einfluss auf das Verhaeltnis EUR zu USD. Aber das ist nicht das Problem der Schweiz. Wir muessen… Weiterlesen »
Willy Huber 09.02.2013 - 18:10
Typisch für die USA von heute. Zuerst verursachen sie mit ihrer grobfahrlässigen (von der Politik unterstützten) Hypothekenvergabe an Minderbemittelte die Finanzkrise, dann drucken sie ohne Rücksicht auf Verluste wertloses USD-Papiergeld (wenn das keine Währungsmanipulation ist, was dann?) und beklagen sich, wenn die anderen Zentralbanken gegensteuern (müssen). Den aufmerksamen Leser wundert es, dass dabei immer renommierte Experten (natürlich aus der USA)… Weiterlesen »
Harald Rieder 10.02.2013 - 09:20
Ist ja interessant. Dass die Schweiz von den Grossen wieder einmal als Bösewicht ausgemacht wird erinnert an den Pausenplatz. Jeder redet hier nach seinem Mund und lässt dann die Moral- und Ethik Keule schwingen. Wenn schon ist die Nullzinspollitik und die Geldschwemme genau die gleicheManipulation und zielt schlussendlich mitunter in die Richtung die jeweilige Währung zu schwächen. Die CH veteidigt… Weiterlesen »