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Es war einmal ein zärtliches Dörfchen, Suleyken nannte es sein Schöpfer, der Schriftsteller Siegfried Lenz. Durchaus wehmütig, denn Suleyken lag in Masuren, in der versunkenen Heimat Ostpreussen, und es war zu erreichen mit der Kleinbahn «Popp». Durch die heute im Süden polnische, im Norden russische Gegend bimmeln nur noch wenige Bähnchen, in den verträumten Nestern von ehedem hausen andere Menschen, erklingen andere Sprachen.  In Usbördszen etwa (den Nazis war das zu Altpreussisch-Litauisch; sie arisierten es zu Karpfenwinkel; die Sowjets machten Ostrogoschskoje daraus). Oder in Alxnupönen (braun Altsnappen, rot Wyssokoje). Beide Flecken lagen an der Pillkaller Kleinbahn. In Ostpreussen gab es einst ein Dutzend solcher Linien, die 1924 zusammengefasst wurden. Die grössten Teilhaber an dieser Ostpreussischen Kleinbahnen-Aktiengesellschaft waren das Reich, das Land Preussen und die Provinz Ostpreussen. Seit der Schlussoffensive der Roten Armee im Winter 1944/45 ist es mit alledem vorbei, Deutschland hört nun an Oder und Neisse auf. Die zerfallende UdSSR soll 1990 in den Verhandlungen über die deutsche Einheit angeboten haben, ihre lästige Exklave Oblast Kaliningrad – Bezirk Königsberg, das historische Herz Preussens – zurückzugeben. Bonn winkte weise ab, wie es heisst. Das Denkmal des grossen Philosophen Immanuel Kant, der sein Königsberg kaum je verlassen hat, steht heute noch auf russischem Boden.

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