…wenn Japans Rettiche blühen. Von März bis Mai lässt sich das sagen, oder eben, in Anlehnung an den Gassenhauer aus «My Fair Lady», sogar singen. Hier wächst ein Vermögen heran: Ein Kilogramm Wasabi kostet gegen 250 Fr. Der Farmer in der Gegend von Nagano – wo 1998 die Olympischen Winterspiele stattfanden – kann sich also die Hände reiben. Allerdings hat er Geduld und gute Nerven gebraucht, denn vom Anbau bis zur Ernte der wertvollen Wurzeln dauert es Jahre. Japanischer Meerrettich, auch Wasserrettich genannt, ist ein heikles Gewächs. In der Natur kommt er nur auf den japanischen Inseln sowie dem benachbarten sibirischen ­Sachalin vor, an Bachufern – vorausgesetzt, das Wasser ist flach, kühl, mineralreich und fliesst zügig. Künstliche Hydrokulturen, die dem entsprechen, sind in Einrichtung und Unterhalt teuer. Japan kann nicht mal seinen eigenen Bedarf am scharfen Grünzeug decken und führt deshalb tonnenweise Wasabi ein, etwa aus China, Taiwan oder den USA. Kein Wunder, ist daher die grüne Schmiere, die in der Schweiz zu Sushi gereicht wird, oft plumper Etikettenschwindel: Hiesiger weisser Rettich, ­vermengt mit Senfpulver, dazu vielleicht 3% Wasabi. Plus ­Lebensmittelfarbe, in echtem Grün. (Bild: Photo Japan Robert Harding Keysatone)