Meinungen

Es knarrt

Trotz der Warnungen am Immobilien- und Hypothekarmarkt sollten konservative Eigenheimbesitzer nicht in Panik geraten. Ein Kommentar von FuW-Chefredaktor Jan Schwalbe.

«Das Fundament des Schweizer Immobilienmarktes ist nicht unsolide.»

Eine zehnjährige Hypothek kriegt man für gerade mal 1%. Niedrige Zinsen per se sind in der Regel nicht schlecht für Immobilien. Im Gegenteil. Dennoch hört man von allen Seiten, dass der Markt auf einem wackeligen Fundament stehe.

Der Internationale Währungsfonds sieht mögliche Entwicklungen im Immobilien- und Hypothekarmarkt als Bedrohung für die Finanzstabilität der Schweiz an. Ähnliches ist von der Schweizerischen Nationalbank zu hören. Die Bankiervereinigung hat in Aussicht gestellt, die Massnahmen zur Selbstregulierung in der Hypothekenvergabe zu verschärfen, und die Finanzmarktaufsicht hat in Stresstestanalysen erhöhte Risiken festgestellt. Auch ZKB-Chef Martin Scholl warnt, dass das Risiko einer Korrektur Monat für Monat steige.

Angesichts all dieser Warnsignale wären Immobilienbesitzer töricht, einfach so zur Tagesordnung überzugehen. Dennoch, es muss klargestellt werden, dass die Warnungen Renditeobjekte betreffen und damit diejenigen Investoren, die ihren Kauf günstig finanzieren und mit einer hauchdünnen Rendite gerade noch Geld verdienen. Sobald die Zinsen anziehen (davon sind wir noch weit entfernt), löst sich die Rendite in Luft auf, die Investoren geraten unter Druck, und das würde den Markt testen.

Für Eigenheimbesitzer hat das aber nur bedingt Folgen. Wer eine konservative Tragbarkeitsberechnung gemacht und sein Haus gekauft hat, um darin in den nächsten zwanzig Jahren zu wohnen, der sollte sich seiner günstigen Hypothek erfreuen und nicht in Panik geraten. Das Fundament des Schweizer Immobilienmarktes ist nicht unsolide, sondern es knarrt allerhöchstens ein Brett.

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