Märkte / Makro

«Es sieht nicht gut aus für Schwellenländer»

David Lubin, Citigroups Schwellenländer-Chefökonom, kann Chinas strukturellem Wandel kaum Positives für andere aufstrebende Volkswirtschaften abgewinnen.

Das ist man sich von Ökonomen und anderen Prognostikern nicht gewohnt: David Lubin gesteht ein, dass er falschlag. «In den vergangenen sieben Jahren waren wir alle, die Prognosen zu Schwellenländerwachstum gemacht haben, zu optimistisch.»

Das sagte der Chefökonom für Schwellenländer im Rahmen einer Konferenz seines Arbeitgebers Citigroup. Thema war der Ausblick für 2020. Der ist gemäss Lubin für die Schwellenländer eher trüb: «Die momentane Situation verheisst nichts Gutes für Schwellenländer.»

China als Triebfeder

Die Ursache dafür verortet Lubin in Chinas strukturellem Wandel. Das Land entwickelt sich von einem investitionsgestützten Wachstumsmodell zu einer Volkswirtschaft, die hauptsächlich durch inländischen Konsum wächst. Goldman Sachs prognostiziert für dieses Jahr ein BIP-Wachstum von 5,8%, nach 6,1% im Jahr 2019. Getrieben wird das Wachstum von höheren Konsumausgaben. Für Schwellenländer sei das deshalb problematisch, weil sie in der Vergangenheit von Chinas hoher Nachfrage nach Rohstoffen und industriellen Vorprodukten profitiert hätten, sagt Lubin.

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