Märkte / Derivate

Ethanol im Brennpunkt

Der Biotreibstoffmarkt hatte schon vor der Krise zu kämpfen. Jetzt verschärft sich die Situation.

Zu Beginn der Coronakrise sorgte Ethanol – respektive der Mangel ­davon – für Schlagzeilen. In der Schweiz wurde Desinfektionsmittel knapp, weil 2018 die Ethanolvorräte aufgelöst wurden. Ethanol, gemeinsprachlich auch Alkohol genannt, ist ein zuverlässiger Bakterienvernichter, deshalb hat das zuständige Bundesamt am Mittwoch den Wiederaufbau der strategischen Vorräte angekündigt. Doch die Turbulenzen am Ethanolmarkt sind damit nicht vorbei.

 Denn die Verwendung von Ethanol in Getränken, Desinfektions- und Lösungsmitteln ist nur ein kleiner Anwendungs­bereich. Die farblose, leicht entzündliche Flüssigkeit wird mehrheitlich als Treibstoff eingesetzt. Dabei variiert je nach Motor und geltenden Regulierungen der Anteil des Biotreibstoffs an der Gesamtmasse. Je höher der Anteil, desto geringer die Kohlenstoffdioxid-Emissionen pro gefahrenen Kilometer. Ein weiterer Umweltvorteil ist, dass der Grundstoff nachwächst. Die Basis von Ethanol ist fermentierbarer Zucker und Stärke – vor allem Mais- und Weizenstärke – und dank neuerer Verfahren auch andere Formen von Biomasse. Dieser Artikel ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital-Abonnements ab 28 Fr. / Monat Zu den Abonnements Bereits abonniert?

Leser-Kommentare

Die Kommentarfunktion ist deaktiviert.
Oliver Schmid 18.08.2020 - 17:38

Hier würde mich mal interessieren, wieviel Wasser, Pestizide etc. für den Anbau dieser “Ethanol Rohstoffe” benötigt werden. Auch die Traktoren, Mähdrescher für die Ernte belasten die Umwelt. Also bezweifle ich stark, dass diese Treibstoffe wirklich umweltfreundlich sind.