Märkte / Makro

EU baut Notfallrettung für Banken aus

Der Eurorettungsfonds ESM soll in Krisenzeiten die europäischen Finanzinstitute stützen. Darauf haben sich die Staats- und Regierungschefs am EU-Gipfel geeinigt.

(Reuters) Die EU-Staats- und Regierungschefs wollen grossen Banken bei Problemen notfalls über den milliardenschweren Eurorettungsfonds ESM aus der Patsche helfen. Der ESM soll künftig die sogenannte Letztabsicherung für den Bankenabwicklungsfonds SRF übernehmen, heisst es am Freitag in Brüssel in der Abschlusserklärung für den EU-Gipfel. Die Funktion soll über eine Kreditlinie über die Bühne gehen, die die Grösse des Bankennotfonds selbst haben soll – also ungefähr 55 Mrd. €. Diese Absicherung soll dann greifen, wenn bei grossen Bankenkrisen die Mittel des SRF nicht mehr ausreichen. Sie ist Teil der Pläne zur Vollendung der Bankenunion.

Gleichzeitig soll der in Luxemburg ansässige ESM eine grössere Rolle bei der Ausarbeitung und Überwachung von Hilfsprogrammen bekommen. Die Finanzminister der Euroländer sollen bis Ende des Jahres die Eckpfeiler für die Weiterentwicklung definieren. Bislang half der ESM zeitweise angeschlagenen Ländern wie Irland oder Griechenland bei der Finanzierung des Staatshaushalts. Der Fonds kann sich am Kapitalmarkt wesentlich günstiger Geld leihen als Krisenländer.