Unternehmen / Finanz

EU büsst UBS wegen Anleihenkartell

Die Beteiligung an einem Anleihenhandelskartell kommt drei Grossbanken teuer zu stehen. Die EU verhängt gegen UBS eine Geldstrafe von gut 189 Mio. Fr.

(AWP) Die EU-Kommission hat gegen die UBS (UBSG 15.94 +0.13%) eine Busse von 172,4 Mio. € oder gut 189 Mio. Fr. verhängt. Die Schweizer Grossbank soll mit sechs weiteren Banken an einem Handelskartell im Markt für europäische Staatsanleihen teilgenommen haben. Insgesamt verhängte sie Bussen über 371 Mio. €.

Damit sende die EU-Kommission eine klare Botschaft, dass sie ein solches Verhalten nicht toleriere, wird EU-Kommissarin Magrethe Vestager in einer Mitteilung der EU vom Donnerstag zitiert. Händler der Bankinstitute hatten gemäss den Angaben zwischen 2007 und 2011 in Chatrooms gegenseitig sensitive Informationen ausgetauscht und etwa auch ihre Strategien bei Auktionen von Regierungsanleihen von EU-Mitgliedsstaaten abgesprochen.

Neben der UBS büsste die EU-Kommission auch die japanische Nomura sowie die italienische Unicredit. Diese erhielten mit 130 Mio. respektive 69 Mio. € allerdings kleinere Bussen als die Schweizer Grossbank.

Weitere Banken beteiligt

Auch die Bank of America (BAC 46.48 +0.43%), Natixis, RBS (heute NatWest) und WestLB (heute Portigon) waren laut der EU-Kommission Teil des Handelskartells. NatWest wurde allerdings von einer Busse ausgenommen, weil es das Kartell angezeigt hatte. Bank of America und Natixis entkamen wegen Verjährung einer Busse, und die WestLB habe in dem für die Bussenbemessung massgeblichen Zeit keinen Umsatz erzielt.

Die UBS erklärte am Donnerstag gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass sie prüfe den Entscheid anzufechten. Nach Berücksichtigung bereits gebildeter Rückstellungen könne der Fall das Ergebnis der Bank im zweiten Quartal 2021 mit bis zu 100 Mio. $ belasten.