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EU legt Kriterien für «grüne» Investments vor

Die EU-Kommission präsentiert ihr Klassifizierungssystem für «grüne» Investitionen. Die Diskussion rund um die Nachhaltigkeit von Kernkraft und Erdgas wurde dabei aber ausgeklammert.

(Reuters) Die EU-Kommission hat am Mittwoch ihr lang erwartetes Klassifizierungssystem für «grüne» Investitionen vorgelegt. Allerdings wurden die beiden strittigsten Themen bei der Frage der Nachhaltigkeit, Kernkraft und Erdgas (Erdgas 1.82 -3.75%) zunächst weiter ausgeklammert. Das System soll ab dem kommenden Jahr in Kraft treten und Investitionen mit Hilfe von Kriterien so lenken, dass sie die Klima-Ziele der Staatengemeinschaften unterstützen. «Zu viel Geld fliesst in die falschen Bereiche, Bereiche, die das Klima schädigen», sagte die für Finanzdienstleistungen zuständige EU-Kommissarin Mairead McGuinness der Nachrichtenagentur Reuters. «Wir können dieses Geld einspannen.»

Besonders die Einstufung der Kernkraft sorgt für Streit. Einige EU-Berater haben auf den niedrigen Ausstoss von Treibhausgasen verwiesen, andere dagegen auf das Problem der Lagerung des radioaktiven Abfalls. Experten der EU-Kommission empfahlen jüngst, die Kernkraft als «grün» einzustufen, wie Reuters unter Berufung auf einen Bericht meldete. Auch bei Erdgas sind die Berater uneins. Die Vertreter der nördlichen und westlichen EU-Staaten nennen eine Klassifizierung als nachhaltig unglaubwürdig. Die östlichen EU-Staaten wollen darüber jedoch den Ausstieg aus der Kohle (Kohle 220.00 0%) erleichtern. Die Kommission will eine Entscheidung dazu nun im Laufe des Jahres veröffentlichen.