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EU und Grossbritannien einigen sich auf Deal

In den Verhandlungen zwischen der EU und Grossbritannien ist es zu einem Durchbruch gekommen. Das Abkommen tritt am 1. Januar in Kraft.

Die Europäische Union und Grossbritannien haben sich nach erneut stundenlangen Verhandlungen auf ein Handelsabkommen geeinigt. «Der Deal ist da», bestätigte der britische Premierminister Boris Johnson via Kurznachrichtendienst Twitter. Man habe die Kontrolle über das eigene Schicksal zurückgewonnen. Der Vertrag erlaube es britischen Unternehmen, noch mehr mit Europa zusammenzuarbeiten. Auch die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte auf einer eilig einberufenen Pressekonferenz: «Wir haben einen Deal.»  Es sei ein langer und steiniger Weg gewesen, sagte Von der Leyen. Aber das Ergebnis sei gut, fair und ausgewogen. Bereits zuvor waren entsprechende Informationen aus informierten Kreisen durchgesickert, die von mehreren Nachrichtenagenturen verbreitet wurden.

Mit dem Freihandelsabkommen, das nach am 1. Januar in Kraft treten wird, konnte ein drohender chaotischer Austritt der Briten verhindert werden. In sieben Tagen wäre die Übergangsfrist, in welcher Grossbritannien weiterhin an die EU-Regeln gebunden ist, abgelaufen. Der wichtigste Punkt des Abkommens ist, künftig Zölle zu vermeiden und einen weiterhin reibungslosen Handel zwischen Grossbritannien und dem EU-Binnenmarkt zu sichern. Zuletzt drehten sich die Verhandlungen nur noch um zwei strittige Punkte – die Fischerei und die Regelung des fairen Wettbewerbs, die eine einseitige Subventionspolitik von Branchen verhindern soll.

Die Verhandlungen hätten eigentlich schon im Oktober abgeschlossen werden sollen. Sie zogen sich jedoch immer weiter in die Länge und standen mehrfach kurz vor dem Scheitern. Weil den EU-Mitgliedsstaaten nicht mehr genügend Zeit verbleibt, das Abkommen vor dem Jahresende zu ratifizieren, wird es in der Zwischenzeit vorläufig angewendet. Auf britischer Seite wird das Unterhaus über das Abkommen in den kommenden Tagen abstimmen.

Grossbritannien hatte offiziell die EU am 31. Januar dieses Jahres verlassen, verbleibt aber bis Ende Dezember Mitglied im EU-Binnenmarkt und in der Zollunion. Mit dem Abkommen soll ein wirtschaftlicher Bruch verhindert werden. Ohne Regelung wäre ab 1. Januar das Regelwerk der Welthandelsorganisation WTO in Kraft getreten und hätte die Einführung von Zöllen mit sich geführt.

In Erwartung der Einigung hat das britische Pfund seit gestern gegenüber den wichtigsten Währungen deutlich aufgewertet. Auch Aktien von britischen Unternehmen, die vor allem ihr Geschäft im eigenen Land betreiben, haben am Donnerstag Auftrieb erhalten.