Märkte / Makro

Eurokonjunktur büsst unerwartet viel Tempo ein

Lieferengpässe und der stärkste Preisanstieg seit 21 Jahren bremsen das Wachstum. Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft ist auf 56,1 Punkte gefallen.

(Reuters) Der Aufschwung in der Eurozone hat im September unerwartet kräftig an Schwung verloren. Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft – Industrie und Dienstleister zusammen – fiel um 2,9 auf 56,1 Punkte, wie das Institut Markit IHS am Donnerstag zu seiner monatlichen Unternehmensumfrage mitteilte. Das an den Finanzmärkten stark beachtete Barometer hielt sich aber klar über der Marke von 50, ab der es Wachstum anzeigt. Ökonomen hatten nur mit einem Rückgang auf 58,5 Zählern gerechnet. «Der Höhepunkt des Nachfragebooms im zweiten Quartal 2021 wurde überschritten», erklärte das Institut. Lieferengpässe und der stärkste Preisanstieg seit 21 Jahren bremsten das Wachstum.

Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson sprach von einer «wenig erfreulichen Kombination aus stark verlangsamtem Wirtschaftswachstum und kräftig steigenden Preisen». Trotz des Dämpfers bleibe das Wachstum derzeit solide. «Allerdings dürfte es sich in den kommenden Monaten weiter verlangsamen, wenn der Preis- und Angebotsdruck nicht nachlässt – vor allem jedoch, wenn im Herbst auch noch ein Anstieg der Coronavirus-Infektionszahlen hinzukommt.»

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