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Eurobonds haben die Welt verändert

1963 wurde die erste Eurodollar-Anleihe aufgelegt – Schweiz spielte eine vielschichtige Rolle – Neue Produkte wie Swaps haben Anleihenmarkt vereinfacht

Clifford Padevit, London

Für heutige Verhältnisse ist das Volumen des ersten Eurobond, der am 1. Juli 1963 emittiert wurde, klein. Nur 15 Mio. $ nahm der italienische Maut-Autobahnbetreiber Autostrade auf. Aber es war eine Emission mit Folgen. Alles begann mit einem Banker namens Warburg, Offshore-Dollar und der Umgehung von Steuern.

Siegmund Warburg, dessen Bank S.G. Warburg später von UBS übernommen wurde, war es, der die Chance erkannte. Seine Bank war eine von vier Syndikatsbanken, darunter die Deutsche Bank, die die erste Emission übernahmen. Ein Eurobond ist eine Anleihe, die ausserhalb des Währungsgebiets emittiert wird. Im Fall Autostrade wurde der Dollarbond in Luxemburg und London registriert, also nicht in den USA, und er war – wie es Eurobonds bis heute sind – verrechnungssteuerfrei. Was diese Transaktion möglich machte, war die Zinsdeckelung der USA. Unter Regulation Q war es Banken in den USA nicht erlaubt, mehr als 3% Zins zu zahlen. Banken ausserhalb Amerikas und selbst Ableger der US-Banken lockten Unternehmen und Private mit Dollarkonten an; die britische Zentralbank hatte nichts gegen Dollarkonten für Ausländer.

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