Märkte / Anleihen

Euronotenbanker lernen aus ihren Fehlern

Ab der Juli-Sitzung folgt die EZB einer neuen Strategie. Ein vorzeitiges Zurückfahren der Anleihenkäufe und zu frühe Zinserhöhungen sollen künftig ausbleiben.

Für die Euronotenbanker ist es klar: Sie wollen die Fehler der Europäischen Zentralbank (EZB) nach der Finanzkrise künftig verhindern. Dazu haben sie – schneller als gedacht – vorvergangene Woche ihre neue Strategie vorgelegt.

Am Donnerstag sollen auf der Sitzung des EZB-Rats konkrete Schritte folgen. Beobachter wie Frederik Ducrozet von Pictet Wealth Management halten dabei sogar Überraschungen für möglich.

Notenbankchefin Lagarde hat vergangene Woche bereits eine Änderung des geldpolitischen Ausblicks für den Leitzins und die Anleihenkäufe (Forward Guidance) angekündigt.

Mit diesem verbalen Mittel versucht der EZB-Rat, die Zinswartungen der Marktteilnehmer zu lenken. Der Rat verspricht zudem, künftig einfachere und verständlichere Erklärungen abzugeben.

«Besonders kraftvolle oder lang anhaltende» Schritte

In ihrer neuen Strategie schreiben die Notenbanker, dass «besonders kraftvolle oder lang anhaltende» («especially forceful and persistent») geldpolitische Schritte nötig sind – nämlich so lange, wie sich die Leitzinsen nahe der «effektiven Untergrenze» bewegen wie derzeit. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?

Leser-Kommentare

Oliver Schmid 20.07.2021 - 00:06
Die Situation 2011 wo die Zinsen zu früh (weiss man nun im Nachhinein) angehoben wurden, ist nicht vergleichbar zur heutigen Situation. Heute leihen die Notenbanken Geld zu Null Zins gleichzeitig wächst die Wirtschaft wie seit 20 Jahren nicht bzw. auch die Preise. Dazu kommen nun noch hunderte Mia. EUR Corona Gelder in der EU und über 1000 Mia Coroan Infrastrukturgelder… Weiterlesen »