Die Marktturbulenzen und die Neubewertung gewisser Geschäftszweige spiegeln sich auch in der Rangliste der grössten Unternehmen nach Börsenkapitalisierung. So hat der saudische Ölgigant Aramco dank der haussierenden Erdölpreise jüngst den Techkonzern Apple entthront, dessen Börsenwert mit der Aussicht auf steigende Zinsen von über 3000 auf 2300 Mrd. $ gefallen ist. Aus europäischer Sicht spielen die US-Techkonzerne aber nach wie vor in einer anderen Liga. Diesseits des Atlantiks bringt selbst der Nahrungsmittelriese Nestlé, das teuerste bewertete Unternehmen, «nur» 330 Mrd. $ auf die Waage. Tech-Unternehmen spielen an den europäischen Börsen eine untergeordnete Rolle und nehmen mit dem Halbleiterkonzern ASML und dem Softwareanbieter SAP die Ränge 5 und 14 ein. Trotz der jüngsten Erholung hat Big Oil in den letzten zwanzig Jahren an Bedeutung verloren. Royal Dutch Shell ist trotz Fusion nicht mehr auf dem Podest. Auch alle Banken sind bis auf HSBC aus den Top 20 gefallen. Waren vor zwanzig Jahren sechs der zehn grössten Unternehmen britisch – mit Banken wie etwa Natwest –, wird die Champions League heute von Kontinentaleuropa dominiert. Die grossen Aufsteiger stammen aus dem Konsumsektor (Nestlé, LVMH, l’Oréal), während die Pharmabranche ihre Vormachtstellung unter Mithilfe von Roche und Novartis zementiert hat.