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Evergrande: Grossaktionär will aussteigen

Der zweitgrösste Anteilseigner des Immobilienkonzerns plant den Verkauf seiner gesamten Anteile. Die Evergrande-Aktie hat zuvor von positiven Nachrichten profitiert.

(AWP/Reuters) Chinese Estates Holdings, der zweitgrösste Aktionär des angeschlagenen Immobilienkonzerns China Evergrande (3333 0.29 -5.75%) will seine gesamte Beteiligung an dem chinesischen Immobilienkonzern verkaufen. Das Unternehmen teilte mit, dass es bereits Evergrande Anteile im Wert von 32 Mio. $ verkauft habe und plane, sich vollständig von der Holding zu trennen. Das Verkaufsmandat gilt für 12 Monate ab dem Datum einer Aktionärsversammlung am 23. September, die dem Verkauf zustimmen soll, teilte das Unternehmen der Hongkonger Börse mit.

Chinese Estates gab weiter an, zwischen dem 30. August und dem 21. September bereits 108,91 Mio. Aktien oder 0,82% des ausgegebenen Aktienkapitals von Evergrande für 246,5 Mio.  HK$ (32 Millionen Dollar) verkauft zu haben. Das Unternehmen schätzt, dass es bei dem Verkauf seines gesamten Anteils einen Verlust von etwa 9.486,3 Mio HK$ (1,22 Mrd. Dollar) für das Jahr 2021 erleiden wird.

Evergrande mit Kurssprung

Am Donnerstag haben Evergrande an der Hongkonger Börse kräftig zugelegt. Die Evergrande-Aktie machte zum Handelsauftakt einen Sprung um über 30%. Danach bröckelte der Kurs allerdings etwas ab.

Laut Beobachtern reagierten Anleger auf eine Ankündigung vom Vortag, wonach sich der Konzern etwas Luft verschaffen konnte. Evergrande hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass sich das Unternehmen mit Gläubigern über Zinszahlungen für eine im südchinesischen Shenzhen gehandelte Anleihe geeinigt habe, die am Donnerstag fällig wurden. Die Hongkonger Börse war am Mittwoch wegen eines Feiertags geschlossen.

Für grosse Verunsicherung sorgte jedoch, dass das Unternehmen noch immer keine Angaben zu einer weiteren in Dollar gehandelten Offshore-Anleihe gemacht hat. Nach Berechnungen des Finanzdienstes Bloomberg muss Evergrande hierfür am Donnerstag eine Zinszahlung von 83,5 Mio. $ leisten.

Eine weitere Zinszahlung von 47,5 Mio. $ ist am 29. September fällig. Für beide Zahlungen gilt laut Bloomberg eine Nachfrist von 30 Tagen, was Evergrande weitere Zeit verschaffen könnte.

Der chinesische Konzern hat Schulden von umgerechnet mehr als 300 Mrd. $. Anleger befürchten einen Zahlungsausfall. Der Konzern muss Geld auftreiben, um Banken, Zulieferer und Anleihegläubiger fristgerecht zu bezahlen. Zudem schuldet Evergrande Kleinanlegern, darunter vielen Mitarbeitern, mehrere Milliarden Dollar.

Der Chef von Evergrande hatte Mitarbeitern am Dienstag in einem Brief Mut zugesprochen. Er sei fest davon überzeugt, dass man den «dunkelsten Moment» überwinden könne, schrieb Vorstandschef Xu Jiayin. Man werde sich verantwortungsvoll gegenüber Hauskäufern, Investoren, Partnern und Finanzinstituten zeigen.

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