Unternehmen / Ausland

Evergrande wird zum schmerzhaften Exempel

Die Liquiditätskrise des chinesischen Immobilienentwicklers weitet sich aus. Noch wird eine Finanzkrise ausgeschlossen.

Sicherheitskräfte schützen den Hauptsitz des kriselnden Immobilienkonzerns Evergrande im südchinesischen Shenzhen. Wütende Privatanleger skandieren: «Wo ist mein Geld?» Der Konzern steht damit nicht nur an den Finanzmärkten unter Druck. Proteste und kritische Online-Beiträge machen klar, dass viele Privathaushalte betroffen sind: Wohnungskäufer, die sich um ihre Anzahlungen sorgen, sowie Investoren, die via Anlageprodukte Geld an Evergrande verliehen haben. Das macht die Krise auch politisch brisant.

Das Problem: Dem Konzern wird nicht zugetraut, angesichts sinkender Einnahmen seine hohen Schulden zu bedienen. Neue Liquidität zur Refinanzierung bleibt aus. Evergrande notieren nun 89% unter dem Kurs von Anfang 2020. Auch andere Immobilienentwickler werden abgestraft (vgl. Grafik 1). Am Donnerstag ist der Kurs des Branchenprimus Country Garden über 7% gesunken. Auch am Anleihenmarkt weitet sich die Unsicherheit aus – chinesische Hochzinsanleihen haben am Donnerstag über 4% abgegeben. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?

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