Märkte / Emerging Markets

Evergrandes Schieflage sendet Schockwellen

Anleger nehmen die Risiken rund um den strauchelnden Immobilienkonzern zum Anlass, Aktien zu verkaufen. Doch der Vergleich mit dem Lehman-Kollaps hinkt.

Spätestens seit dem Wochenende ist klar: Die Finanzmärkte können die Schieflage des chinesischen Immobilienkonzerns Evergrande nicht mehr einfach ignorieren und als lokales Problem abtun. An Wallstreet und an den europäischen Börsen gab es am Montag wegen der Unsicherheit um den Immobilienentwickler die grössten Verluste seit Monaten.

Insgesamt hat Evergrande auf der Bilanz Schulden von 1700 Mrd. Yuan aufgetürmt, was fast 300 Mrd. $ entspricht. Rund 50 Mrd. $ davon müssen dieses Jahr beglichen werden. Anleihen sind jedoch nur einen Bruchteil der Verbindlichkeiten.Dazu gehört das Volumen von Offshore-Bonds, die sich an ausländische Investoren richten. Es beläuft sich auf etwa 19 Mrd. $ und macht rund 10% der chinesischen Offshore-Bonds mit Ramschstatus aus: Ihre Renditen sind durch die Unruhen deutlich gestiegen. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?