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Ex-UBS-Manager zieht in Deutsche-Bank-VR ein

Der 52-jährige Jürg Zeltner folgt auf Richard Meddings, der sein Mandat nach knapp vier Jahren bereits Ende Juli niedergelegt hat.

(AWP) Der ehemalige UBS-Manager Jürg Zeltner zieht in den Verwaltungsrat der Deutschen Bank ein. Der 52-Jährige folgt auf Richard Meddings (61), der sein Mandat nach knapp vier Jahren bereits Ende Juli niedergelegt hat, wie die Deutsche Bank (DBK 7.215 -1.31%) am Donnerstag mitteilte.

Das Geldhaus bestätigte damit Informationen aus Finanzkreisen. Zeltner ist inzwischen Chef der Luxemburger Privatbankengruppe KBL European Private Bankers, hinter der die katarische Herrscherfamilie Al-Thani steht – die wiederum Grossaktionär bei der Deutschen Bank ist. Aus diesem Grund werde Zeltner als «nicht unabhängiges Mitglied» im Kontrollgremium geführt, hiess es.

«Mit Jürg Zeltner gewinnen wir für den Aufsichtsrat der Deutschen Bank einen europäischen Top-Banker mit ausgewiesener Expertise sowohl im Geschäft mit vermögenden Privatkunden als auch im Privat- und Firmenkundengeschäft sowie im Risiko Management», erklärte Aufsichtsratschef Paul Achleitner.

Zeltner hat fast ein Jahrzehnt lang das Vermögensverwaltungsgeschäft der Schweizer Grossbank UBS (UBSG 11.34 0.35%) geleitet. Er verliess das Institut jedoch überraschend Ende 2017 und heuerte im Frühjahr bei KBL an, zu der auch die deutsche Bank Merck (MRK 83.02 0.62%) (MRK 99.12 0.51%) Finck gehört. Das Wachstum der Bankengruppe, an der er auch selbst beteiligt ist, will er mit Hilfe von Zukäufen vorantreiben. Medienberichten zufolge hat KBL etwa Interesse an der Bellevue (BBN 22.6 0.44%) Gruppe und hat für diese auch bereits ein Angebot abgegeben.

Die Scheichs aus Katar wurden im Aufsichtsrat bisher vertreten von dem Rechtsanwalt Stefan Simon, der im Zuge des Konzernumbaus in den Vorstand wechselt und dort unter anderem für Rechtsthemen und die Beziehungen zu den Aufsichtsbehörden zuständig ist. Seinen Posten im Kontrollgremium hatte Dagmar Valcarcel übernommen, die nichts mit dem Golfemirat zu tun hat.

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