Märkte / Makro

Exporte fallen nach Kriegsbeginn

Wegen des Krieges in der Ukraine gehen die deutschen Exporte massiv zurück. Ökonomen hatten mit einem kleineren Rückgang gerechnet.

 Die deutschen Exporte sind im ersten Monat nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine unerwartet stark gefallen. Sie sanken im März um 3,3% im Vergleich zum Vormonat auf 120,6 Mrd. €, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem Rückgang von 2,0% gerechnet, nachdem es im Februar noch ein saison- und kalenderbereinigtes Wachstum von 6,2% gegeben hatte. Die Importe legten dagegen im März um 3,4% zu, nach einem Plus von 4,7% im Februar.

«Der Exportrückgang ist auch das Resultat des Ukraine-Kriegs», sagte der Chefvolkswirt der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank AG, Alexander Krüger. «Die März-Daten sind hier die ersten, bei denen das so richtig sichtbar wird.» Die Ausfuhren nach Russland brachen wegen der Sanktionen und anderer Massnahmen zur Exportbeschränkung um 62,3% auf nur noch 0,9 Mrd. € ein. Die Importe aus Russland gaben dagegen nur um 2,4% auf 3,6 Mrd. € nach. Deutschland importiert vor allem Öl und Erdgas (NG 5.46 -2.86%) aus Russland.

Die deutschen Ausfuhren in die EU-Mitgliedstaaten schrumpften im März um 1,7%. Die Exporte zum wichtigsten Kunden USA wuchsen dagegen um 3,2%, während die nach China um 4,3%auf 9,1 Mrd. € fielen. Die Volksrepublik kämpft derzeit mit rigiden Massnahmen gegen eine neue Corona-Welle. Auch das Geschäft mit Grossbritannien gab nach, und zwar um 3,9%.

Die Stimmung unter den deutschen Exporteuren hat sich einer Umfrage des Ifo-Instituts zufolge im April vom Einbruch im Vormonat etwas erholt. Das Barometer für die Erwartungen an das Auslandsgeschäft kletterte auf plus 3,5 Punkte, nach minus 2,9 Punkten im März. «Trotz hoher Unsicherheit und Logistikproblemen zeichnet sich derzeit eine Stabilisierung des Exportklimas ab», erklärte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Demnach gehen viele Unternehmen von steigenden Exporterlösen aus.