Unternehmen

EY, KPMG und PwC: Augen zu und durch

Wirtschaftsprüfer stehen nach dem Wirecard-Skandal international unter Druck. In der Schweiz will die Branche am liebsten weitermachen wie bisher.

Revisoren suchen das Rampenlicht nicht. Im Verborgenen prüfen sie Jahr für Jahr Tausende Bilanzen und geben ihr Testat für den Geschäftsbericht. Eine Formalität fast schon. Bis es knallt – wie im Fall des deutschen Zahlungsdienstleisters Wirecard. Dieser soll ab 2015 seine Bücher systematisch frisiert haben. Zahlen, die EY, eine global aktive Big-Four-Gesellschaft, bis 2019 geprüft und bestätigt hat. Heute ist Wirecard pleite, Milliardenwerte sind zerstört. Und auch die Revisoren stehen öffentlich am Pranger.

Geprellte Wirecard-Aktionäre wollen gegen den deutschen Ableger von EY vorgehen, Millionen fordern. Der deutsche Finanzminister Olaf Scholz und EU-Par­lamentarier diskutieren die Aufspaltung der Revisionsgesellschaften. Höhere Haftungsbeträge und gemeinschaftliche Prüfungen (Joint Audits) stehen zur Debatte. Und in Grossbritannien, das mit dem Kollaps des Baukonzerns Carillion (2018) und dem Retailer BHS (2016) ihr Wirecard-­Moment bereits hatte, wurden die Big Four, EY, Deloitte, KPMG und PwC, diesen Monat aufgefordert, ihr Beratungsgeschäft organisatorisch abzutrennen. 

Bitte loggen Sie sich ein, um diesen Artikel vollständig zu lesen.