Märkte / Makro

EZB betreibt künftig mehr als Geldpolitik

Mario Draghi senkt den Einlagensatz ins Minus, erteilt Anleihenkäufen eine Absage und will Banken vorschreiben, wie sie die EZB-Liquidität verwenden sollen.

Seit seinem Amtsantritt vor zweieinhalb Jahren trägt der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, den Spitznamen Super-Mario. Und seit er der Notenbank der achtzehn Eurostaaten vorsteht, unternimmt er viel, um sich diesen Namen zu verdienen. Ende 2011 überwand er die Euro-Liquiditätskrise, indem er Banken ultragünstige Liquidität mit einer ungewöhnlich langen Laufzeit von bis zu drei Jahren bereitstellte (Long Term Refinancing Operations, LTRO). Das Instrument ging als Bazooka in die Geschichte ein. Es wirkte Wunder.

Ein halbes Jahr später versprach Super-Mario, die EZB werde alles unternehmen, um die Krise zu überwinden. Sie  werde Anleihen von Staaten aufkaufen, die sich einem Reformprogramm unterstellten (Outright Monetary Transactions, OMT). Die Ankündigung genügte, um der Spekulation über ein Auseinanderbrechen der Währungsunion den Garaus zu machen. Seit jenem Sommer steigt der Euro, boomen europäische Aktien und sinken die Kapitalmarktzinsen.

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