Märkte / Makro

EZB toleriert künftig eine höhere Inflation

Die Europäische Zentralbank richtet ihre Geldpolitik neu für die Zukunft aus. Dazu erhöht sie ihr Inflationsziel leicht und verspricht, grüner zu werden.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre mit Spannung erwartete Überprüfung der geldpolitischen Strategie abgeschlossen. Die wichtigste Neuerung: Sie wird ihr Inflationsziel ändern. Bisher galt, dass sie mittelfristig eine Inflationsrate von nahe, aber unter 2% anpeilt. Künftig gilt ein symmetrisches Ziel von 2%.

Der Zusatz «unter» fällt also weg. Ein Überschiessen sei genauso unerwünscht wie ein Unterschiessen, teilt die Währungsbehörde am Donnerstag mit. Am Ende kommt es darauf an, dass die mittelfristige Teuerung 2% beträgt – und nicht nur knapp 2%.

Ballast abgeworfen

Auf den ersten Blick scheint das spitzfindig zu sein. Die EZB entledigt sich damit aber einer sperrigen Formel, mit der sie schon im Jahr 2003 ihr ursprüngliches Mandat von 1999 an die Realität anpassen wollte. Das Mandat sah vor, dass sie eine Teuerung unter 2% garantieren sollte. Je niedriger, desto besser, interpretierten viele diesen Auftrag. Um eine deflationäre Schlagseite in der Geldpolitik zu verhindern, ergänzte der EZB-Rat vier Jahre später, dass es besser wäre, wenn die Inflation nahe 2% liegt (und nicht zu nahe an 0%).

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