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EZB hält viele Banken für mangelhaft gewappnet

Nur rund die Hälfte der Geldhäuser in der Eurozone ist laut EZB-Bankenaufsicht ausreichend gegen einen Liquiditätsschock gerüstet.

(Reuters) Zahlreiche Kreditinstitute in der Eurozone sind laut EZB-Bankenaufsicht nicht ausreichend gerüstet, um auch bei plötzlich starken Geldabflüssen längere Zeit geschäftsfähig zu bleiben. Nur rund die Hälfte der 103 Institute, die an einem entsprechenden Stresstest teilnahmen, könnten unter solchen Liquiditätsschocks mehr als sechs Monate mit vorhandenen Finanzmitteln überleben, teilte die Europäische Zentralbank (EZB) am Montag in Frankfurt mit. Unter einem extremen Belastungsszenario seien es lediglich mehr als vier Monate. Elf Banken würden in einer extremen Situation sogar nur weniger als zwei Monate geschäftsfähig bleiben. Und auch im schwächsten Szenario gebe es noch vier Geldhäuser, die weniger als sechs Monate durchhalten könnten. Die Kontrolleure wollen sich die Schwachstellen nun genauer anschauen.

Die Prüfung sollte unter anderem aufzeigen, wie verwundbar die Geldhäuser bei solchen Schocks sind. Die Aufseher hatten ihnen hypothetische Stressszenarien vorgegeben, in denen es etwa zu starken Geldabflüssen von Konten kommt oder sie in finanzielle Probleme geraten aufgrund von Bonitätsherabstufungen der Ratingagenturen. Die Bankenwächter wollten so unter anderen prüfen, an welcher Stelle Institute ihr Liquiditätsmanagement verbessern müssen. Universalbanken und global agierende Grossbanken würden laut EZB von solchen Schocks insgesamt stärker getroffen als vor allem im Privatkundengeschäft tätige Institute.

Die EZB will die Ergebnisse ihrer Untersuchung mit den Instituten besprechen. Diese sollen in die jährliche Bankenprüfung einfliessen. Sie sollen allerdings nicht automatisch Einfluss auf die Kapitalanforderungen haben.

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