Märkte / Makro

EZB könnte Anleger enttäuschen

Die Euro-Währungshüter sind besorgt über den Nachfrageschock und die Nebeneffekte des Negativzinses. Ob sie bereits am Mittwoch reagieren, ist ungewiss.

Die Sitzung des EZB-Rates am Mittwoch verspricht spannend zu werden. Dass es dazu kommt, dafür hat der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, mit Äusserungen über die Negativzinsen den Weg bereitet. Auf einer Konferenz Ende März in Frankfurt sagte er: «Falls notwendig, müssen wir über mögliche Massnahmen nachdenken, die die günstigen Auswirkungen negativer Zinsen für die Wirtschaft aufrechterhalten und die etwaigen Nebenwirkungen mildern können.» Was genau Draghi mit den Negativzinsen vorhat, und wann darüber entschieden wird, blieb aber unklar.

Viele Volkswirte rechnen noch nicht mit einer Entscheidung in der April-Sitzung, was einige Anleger enttäuschen dürfte. Als wichtigster EZB-Leitzins gilt derzeit der Satz, den Banken für ihre Einlagen bei ihrer Notenbank zahlen müssen. Er liegt seit März 2016 bei –0,4%, woran sich auch der kurzfristige Geldmarkt orientiert, auf dem sich Kreditinstitute untereinander Geld verleihen. Auf diesem Weg senkt der Negativzins derzeit auch die Kreditkosten der Wirtschaft. Aktuell zahlen die Banken 7 Mrd. € pro Jahr Gebühren auf überschüssige Geldsummen, die sie bei der EZB parken. Dem Negativzins kann das Bankensystem als Ganzes nicht entkommen, auch wenn jedes Institut für sich versucht, möglichst wenig an Zentralbankgeld zu halten.

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