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Draghi: «Der Euro ist irreversibel»

Die Europäische Zentralbank beschliesst das Ende der Anleihenkäufe. Die Aussichten auf weiterhin rekordniedrige Zinsen schicken den Euro auf Talfahrt.

15.34
Die Pressekonferenz ist zu Ende.

15.30
Der Euro steuert auf den grössten Tagesverlust seit Oktober zu. Er fällt bis zu 1% auf 1.1666 $.

15.29
Die Konjunkturprognosen der EZB berücksichtigen Handelshemmnisse nicht, die zwar angedroht, aber noch nicht ergriffen wurden, erklärt Draghi mit Blick auf den Handelskonflikt mit den USA.

15.24
Es lohnt sich nicht, über etwas zu diskutieren, das irreversibel ist, antwortet Draghi, gefragt nach seiner Einschätzung, weshalb populistische Parteien den Euro in Frage stellen.

15.21
Die Aussicht auf weiterhin niedrige Leitzinsen beflügelt den Dax (DAX 11353.67 -0.52%). Erstmals seit Ende Mai klettert er über 13’000. Europäische Finanztitel geben nach.

15.19
Draghi will sich auf wiederholte Nachfrage nicht auf einen bestimmten Zeitpunkt für die erste Zinserhöhung festlegen lassen. Hätte der EZB-Rat September 2019 dafür vorgesehen, wäre das auch so kommuniziert worden, sagt er.

15.12
Der Euro ist stark und irreversibel, betont Draghi. Es nütze niemandem, die Gemeinschaftswährung abzuschaffen. Draghi nennt Italien in seinen Ausführungen zu keinem Zeitpunkt explizit.

15.11
Veränderungen der politischen Landschaft sollten nicht überdramatisiert werden, sagt Draghi. Solche Entwicklungen werde es immer wieder geben. Es sei wichtig, dass die politischen Diskussionen nicht den Fortschritt zerstören, den zahlreiche Staaten in den vergangenen Jahren gemacht hätten.

15.08
Die Renditen verschiedener Staatsanleihen seien höher als beim letzten Meeting, räumt Draghi ein. Doch die Turbulenzen an den Finanzmärkten in den letzten Wochen seien nicht vergleichbar mit 2012. Es gebe keine Hinweise darauf, dass es eine Ansteckungsgefahr gebe.

14.59
Die Reinvestment-Politik sei nicht besprochen worden, sagt Draghi. Die heute kommunizierten Entscheide seien genug für eine Zinssitzung. Die EZB werde weiterhin geduldig und vorsichtig vorgehen. Der Entscheid, die Zinsen mindestens bis Sommer 2019 niedrig zu halten, sei einstimmig gefallen.

14.54
Der Euro fällt im Verlauf der Pressekonferenz unter 1.17 $. Die Renditen zehnjähriger deutscher Bundesanleihen fallen unter 0,5%.

14.52
Draghi geht nicht auf die Situation in Italien ein. Es gebe verschiedene Risiken, die es im Auge zu behalten gelte, und manche hätten sich in den vergangenen zwei Wochen etwas reduziert.

14.48
Die EZB habe nicht diskutiert, wann die Zinsen erhöht werden sollen, sagt Draghi. Die Wirtschaftsaussichten seien gut, aber die Unsicherheiten hätten zugenommen. Diese Risiken dürften nicht unterschätzt werden.

14.45
Draghi appeliert an die Euromitgliedstaaten, ihre strukturellen Reformen voranzutreiben. Neben der Geldpolitik müssten andere Bereiche dazu beitragen, dass sich die Wachtumsaussichten für die Eurozone verbessern.

14.42
Für 2018 erwartet die EZB ein etwas niedrigeres Wirtschaftswachstum als im Vorjahr. Draghi verweist zudem auf die Volatitlität an den Finanzmärkten, die zugenommen habe. Die Teuerung wird gemäss EZB-Prognosen im Jahresverlauf leicht steigen. Das sei aber auch ein Resultat der steigenden Energiepreise.

14.38
Draghi betont, dass die EZB die Konjunkturentwicklung genau beobachten und ihre Politik wenn nötig anpassen wird, sollte sich etwa abzeichnen, dass sich die Inflation nicht wie gewünscht entwickelt.

14.36
Die Leitzinsen werden noch bis mindestens nach dem Sommer 2019 auf dem aktuell niedrigen Niveau bleiben.

14.34
Die EZB ist zum Schluss gekommen, dass substanzielle Fortschritte bei der Inflationsentwicklung gemacht wurden, erklärt Draghi. Die EZB sei auf Kurs, ihren Zielwert von knapp unter 2% zu erreichen. Aus diesem Grund werde die Notenbank die Anleihenkäufe bis Ende Dezember einstellen.

14.31
Die Pressekonferenz beginnt.

Der Zinsentscheid

(Reuters) Die Europäische Zentralbank (EZB) treibt ihre Kurswende voran. Sie kündigte am Donnerstag nach der Zinssitzung in Riga an, ihre vor allem in Deutschland umstrittenen Anleihenkäufe zum Jahresende einzustellen. Bislang waren die Transaktionen bis mindestens Ende September terminiert, das weitere Vorgehen aber unklar.

Momentan kaufen die Währungshüter für 30 Mrd. € pro Monat. Ab Oktober soll es jetzt eine kurze Auslaufphase mit reduziertem Volumen geben. EZB-Chef Mario Draghi wird die Beschlüsse am Nachmittag vor der Presse erläutern.

Die billionenschweren Käufe von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren waren in den vergangenen Jahren die wichtigste Waffe der Notenbank im Kampf gegen eine aus ihrer Sicht zu schwache Inflation. Doch im Mai kletterte die Teuerung auf 1,9% und liegt damit im Zielbereich von knapp 2%. Dieses Niveau strebt die EZB als Optimalwert für die Wirtschaft an, hat es in den vergangenen Jahren aber meistens verfehlt.

Die Währungshüter gehen davon aus, dass die Leitzinsen noch bis über den Sommer 2019 hinaus auf dem aktuellen Niveau bleiben werden. Der Schlüsselsatz zur Versorgung der Geschäftsbanken mit Geld liegt bereits seit März 2016 auf dem Rekordtief von 0%.

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