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EZB legt Verschnaufpause ein

Die Eurowächter lassen ihren Leitzins erwartungsgemäss unverändert auf dem Rekordtief von 0%.

(Reuters) Die EZB legt nach den jüngsten massiven Stützungsschritten zur Eindämmung der Corona-Krise eine Atempause ein. Gleichwohl erklärten die Währungshüter um Notenbank-Chefin Christine Lagarde nach ihrer Zinssitzung am Donnerstag, die Europäische Zentralbank sei bereit, notfalls alle ihre Instrumente anzupassen. Die Eurowächter hatten ihre Geldpolitik angesichts des beispiellosen Konjunktureinbruchs in Folge der Corona-Krise in den vergangenen Monaten mehrmals massiv gelockert. Erst im Juni erhöhten sie ihr grosses Notfall-Anleihenkaufprogramm PEPP um 600 Mrd. € auf 1,35 Bio. €. Zudem wurden die Käufe bis mindestens Ende Juni 2021 verlängert.

Die jüngsten Konjunkturdaten und Wirtschaftsbarometer für die Eurozone hatten zuletzt eine einsetzende Erholung der Wirtschaft signalisiert. Mehrere Währungshüter haben zudem die Einschätzung geäussert, dass der Euroraum inzwischen wohl die Talsohle durchschritten habe. Ein genaueres Bild werden die Euro-Wächter wahrscheinlich auf ihrer Zinssitzung im September haben. Dann dürfte zum einen klar sein, wie tief die Wirtschaft krisenbedingt abgestürzt ist. Dann wird auch klar sein, wie die EU-Staaten die künftigen Finanzen gestalten. Zudem liegen dann auch die neusten konjunkturellen Projektionen der hauseigenen EZB-Volkswirte vor. Damit dürfte es besser abzuschätzen sein, wie schnell sich die Konjunktur wieder erholen wird und ob weitere geldpolitische Hilfe erforderlich ist.

Ihren Leitzins liessen die Eurowächter erwartungsgemäss unverändert auf dem Rekordtief von 0%. Dort liegt er bereits seit März 2016. Auch der Einlagensatz bleibt auf dem bisherigen Niveau von minus 0,5%. Damit müssen Banken weiterhin Strafzinsen zahlen, wenn sie bei der Euro-Notenbank überschüssige Gelder parken. Allerdings räumt die EZB zur Entlastung der Banken seit vergangenem Herbst Freibeträge von den Strafzinsen ein.

Lagarde erwartet Anziehen der Konjunktur im Sommer

EZB-Chefin Christine Lagarde rechnet mit einem Anziehen der Konjunktur im Sommer. Die wirtschaftliche Erholung stecke jedoch noch in einem frühen Stadium und sei uneinheitlich, sagte Lagarde am Donnerstag auf der Online-Pressekonferenz nach dem Zinsbeschluss. Mehrere Währungshüter hatten zuletzt die Erwartung geäußert, dass die Talsohle in der Krise womöglich inzwischen durchschritten sei.

Jüngste Konjunkturdaten und -barometer hatten nach dem beispiellosen Wirtschaftseinbruch in Folge der Pandemie eine Erholung angezeigt. So zog der Umsatz der Einzelhändler dank der Lockerungen zuletzt wieder kräftig an. Auch die Industrie fährt ihre Produktion wieder hoch. Nach wie vor schwebt aber die Gefahr einer zweiten Pandemiewelle über der Erholung.

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