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EZB-Leitzins bleibt auf Rekordtief

Die Europäische Zentralbank dreht wie erwartet nicht an der Zinsschraube. EZB-Chef Mario Draghi will zudem nicht vor Herbst damit beginnen, die Anleihenrückkäufe zu drosseln.

(Reuters/GRI) Die Europäische Zentralbank (EZB) rüttelt nicht an den Leitzinsen. Der Schlüsselsatz zur Versorgung der Geschäftsbanken mit Geld bleibe bei 0,0%, teilten die Währungshüter am Donnerstag mit. Auf diesem Rekordtief liegt er bereits seit März 2016. Damit bleiben die Geldschleusen in der Eurozone weit offen. Auch der sogenannte Einlagensatz wurde bei minus 0,4% bestätigt. Geldhäuser müssen somit weiterhin Strafzinsen zahlen, wenn sie über Nacht überschüssige Liquidität bei der Notenbank parken.

An der anschliessenden Pressekonferenz sagte EZB-Präsident Mario Draghi zudem: «Die Diskussion über Änderungen am Anleihen-Kaufprogramm soll erst im Herbst geführt werden» Die EZB sei noch nicht so weit. Der Rat sei sich daher auch darüber einig gewesen, vorerst keine Änderung am Ausblick vorzunehmen. Die Notenbank müsse «geduldig und beharrlich» vorgehen, gab Draghi weiter zu Protokoll. Der EZB-Rat hatte zuvor beschlossen, an der Option festzuhalten, den Umfang sowie die Dauer der betriebenen Anleihenkäufe bei Bedarf zu erweitern.