Märkte / Anleihen

EZB-Mitglieder wollen Anleihenkauf nicht ausweiten

Einige Ratsmitglieder der Europäischen Zentralbank wollen das umstrittene Programm nicht verlängern. Die Inflation liegt aber weiterhin unter dem Ziel.

(Reuters) In der Europäischen Zentralbank (EZB) wollen manche Währungshüter die Option einer erneuten Ausweitung oder Verlängerung ihrer umstrittenen Anleihenkäufe aufgeben. Einige Ratsmitglieder bevorzugten einen solchen Schritt, hiess es im Protokoll der Januar-Zinssitzung, das die Europäische Zentralbank am Donnerstag veröffentlichte.

Insgesamt wurde dies auf dem Ratstreffen aber als noch zu früh angesehen. Trotz eines robusten Aufschwungs sei die Inflationsentwicklung verhalten. Der Euro stieg nach der Veröffentlichung des EZB-Protokolls kurzzeitig auf ein Tageshoch von 1,23 $.

Zinssitzung am 8. März

Die EZB hatte angekündigt, dass sie früh in diesem Jahr ihren Ausblick auf den Prüfstand stellen könnte. Die nächste Zinssitzung ist am 8. März in Frankfurt. Die Notenbank hatte die Möglichkeit einer Ausweitung der Anleihenkäufe einst in ihren Ausblick aufgenommen, als der Währungsraum in eine gefährliche Abwärtsspirale bei Preisen, Löhnen und Investitionen zu geraten drohte.

Das ist mittlerweile nicht mehr der Fall, obgleich die Inflation mit 1,3% im Januar noch weit vom EZB-Ziel von knapp 2% entfernt liegt. An den Finanzmärkten rechnen die meisten Investoren nicht mehr mit einer erneuten Ausweitung der Käufe.

Die EZB und die nationalen Notenbanken haben seit Jahresbeginn ihre monatlichen Wertpapiertransaktionen auf 30 Mrd. € halbiert. Sie sollen noch bis mindestens Ende September fortgesetzt werden und dann ein Volumen von 2,55 Bio. € erreichen. Ein konkretes Enddatum für die Käufe haben die Währungshüter bislang nicht genannt.

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