Märkte / Makro

EZB bindet sich auf lange Zeit

Die Notenbank erhöht die Gebühren auf die überschüssigen Geldmittel der Banken, führt aber Freibeträge wie in der Schweiz ein. Zudem lanciert sie ein neues Anleihenprogramm.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte die Märkte bereits seit Juni darauf vorbereitet, und nun folgte auf der Sitzung am Donnerstag die Entscheidung: Der Rat der EZB senkt den Zins auf überschüssige Geldmittel der Banken von –0,4 auf –0,5%. Das heisst, die Institute müssen eine grössere Gebühr für die Einlagen bei der Notenbank bezahlen. Zudem behalten sich die Eurowährungshüter vor, die Zinsen später nochmals zu senken, bis die Inflationserwartungen sich dem Ziel annähern.

Der sinkende Einlagensatz hat zum Ziel, dass die Übernachtzinsen am Geldmarkt noch tiefer ins Minus rutschen. So können sich sinkende Leitzinsen auch konjunkturstützend auswirken, wenn sie zum Beispiel auf die längeren Laufzeiten durchschlagen, die für die Kreditvergabe an die Unternehmen relevant sind. Zugleich will die EZB aber die ungünstigen Nebeneffekte negativer Einlagenzinsen minimieren, indem sie einen sogenannten Staffelzins ähnlich wie in der Schweiz einführt.

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