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Märkte / Makro

EZB-Sitzung wirft Schatten voraus

Vor dem EZB-Zinsentscheid am Donnerstag halten sich die Investoren in Europa zurück. Die Inflationsrate sinkt auf ein Jahrestief.

(Reuters) Ermutigende Wirtschaftsdaten aus China haben den deutschen Aktienmarkt am Montag nur vorübergehend gestützt. Investoren in Europa hielten sich vor der Zinssitzung der EZB am Donnerstag insgesamt zurück, sagten Börsianer. Zudem bremste ein anhaltend starker Euro, der vor allem den exportorientierten deutschen Unternehmen zu schaffen macht. Der Dax (DAX 12264.31 0.45%) notierte am Vormittag 0,5% schwächer bei 12.566 Punkten, der EuroStoxx50 verlor 0,4% auf 3510 Zähler.

Dabei war die chinesische Wirtschaft im zweiten Quartal dank kauffreudiger Verbraucher und investierender Unternehmen überraschend kräftig gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt legte von April bis Juni um 6,9% zum Vorjahreszeitraum zu und hielt damit das zu Jahresbeginn erreichte Tempo. «Das sind ermutigende Zeichen für das globale Wachstum, schliesslich ist China die zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt», sagte Ökonom Craig James vom Wertpapierhändler Commonwealth Securities in Sydney.

Doch wichtiger für Investoren hierzulande sei die anstehende Ratssitzung der Europäischen Zentralbank, betonten Marktstrategen. «In den vergangenen Wochen gab es verstärkt Zeichen, dass die EZB bald eine Wende ihrer lockeren Geldpolitik signalisieren wird», sagte Milan Cutkovic, Marktanalyst beim Brokerhaus AxiTrader. Mit einer grösseren Rally sollte man vor Donnerstag nicht rechnen.

An den Leitzinsen, die bereits seit März 2016 auf dem Rekordtief von 0% liegen, dürfte EZB-Chef Mario Draghi angesichts der niedrigen Inflation nicht rütteln. Diese fiel im Juni in der Eurozone auf ein Jahrestief und entfernte sich damit weiter von der Zielmarke der Währungshüter. Draghi könnte aber den zuletzt stets bekräftigten Hinweis kippen, die billionenschweren Anleihenkäufe nötigenfalls noch einmal auszuweiten.

Als zunehmender Belastungsfaktor stellt sich auch die Stärke der europäischen Gemeinschaftswährung heraus. Seit Jahresbeginn hat der Euro um rund 9% zugelegt und notierte am Montag bei 1,1450 Dollar. Die vorsichtige Haltung der US-Notenbank bezüglich weiterer Zinserhöhungen setzte den Dollar zuletzt zusätzlich unter Druck, kurzfristig sehen Experten diesen Trend anhalten. Dies bestätigen auch die neuesten Daten der US-Aufsichtsbehörde CFTC. Demnach haben Spekulanten ihre sogenannten Long-Positionen im US-Dollar gegenüber fast allen Hauptwährungen reduziert und setzen somit nicht länger auf einen steigenden Kurs der Devise.

Französische Autoaktien auf dem Vormarsch

Bei Anlegern beliebt waren die Aktien von Renault (RNO 80.67 -0.2%). Dank kräftiger Zuwächse in China und im Iran fuhr der Autobauer einen Absatzrekord ein. Weltweit lieferten die Franzosen von Januar bis Juni 1,88 Mio. Fahrzeuge aus, 10,4% mehr als vor Jahresfrist. An der Pariser Börse kletterten die Titel daraufhin um 2,1% auf ein Fünf-Wochen-Hoch. Papiere des Rivalen Peugeot (UG 18.085 -0.41%) gewannen 1%.

Auf dem Frankfurter Börsenparkett gerieten nach einer Prognosesenkung die Aktien des Anlagenbauers GEA im MDax unter Druck. Die Titel brachen um mehr als 6% auf 36,43 € ein. Die zweite Prognosesenkung innerhalb von zehn Monaten sei eine Enttäuschung und das Vertrauen in den Vorstand gestört, erklärten die Analysten von der Baader und DZ Bank unisono. Ein Händler sagte, das werfe Fragen zur Unternehmensführung auf.