Märkte / Anleihen

EZB stemmt sich gegen «brutalen Ausverkauf»

An den Anleihenmärkten steigen die Zinsen kräftig. Die EZB beschleunigt nun die Entwicklung eines neuen Anleihenkaufprogramms für die südlichen Eurostaaten.

Die Euro-Währungshüter sind so besorgt über den heftigen Kursrutsch der vergangenen Tage am Anleihenmarkt, dass sie am Mittwoch um 11 Uhr zu einer Notsitzung zusammengekommen sind. Der Ausverkauf, der sich am steigenden Marktzins der staatlichen Obligationen zeigt, erstreckt sich nicht nur auf Papiere von südlichen Eurostaaten wie Italien, Spanien, Portugal oder Griechenland.

Beunruhigend dürfte für die Notenbanker sein, dass sich der Anstieg auch auf Renditen deutscher Bundesanleihen (Bunds) und auf die Swap-Sätze erstreckt. Beide dienen Anlegern oft als Richtwert für risikofreie Zinsen. Wie Marktteilnehmer sagen, spielen dabei auch die Liquiditätsbedingungen eine wichtige Rolle: Für Verkäufer ist es seit Tagen immer schwieriger geworden, Abnehmer für die Papiere zu finden.

Neuen Kaufprogramm in Planung

Am Mittwochnachmittag erklärte der EZB-Rat, dass er die volle Flexibilität bei der Wiederanlage von Rückflüssen aus dem Anleihenbestand nutzen werde, die die Notenbank im Rahmen des Pandemienotprogramms PEPP erworben hat.

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