Märkte / Devisen

EZB und SNB im Währungs-Clinch

Die Europäische Zentralbank will einen schwachen Euro, die Schweizerische Nationalbank einen starken.

Für kurze Zeit ist der Euro am Mittwoch und Donnerstag unter 1.36 $ gefallen. Der Abwertungsdruck hat im Vorfeld des Entscheids der Europäischen Zentralbank (EZB) nächste Woche zugenommen. Der Zentralbankrat wird dann Massnahmen beschliessen, um den Euro abzuschwächen. Offen ist nur, für welche genau er sich entscheidet. Die Grossoffensive an der Euro-Währungsfront hat unmittelbare Folgen für die Schweiz.

Denn hierzulande verfolgt die Notenbank genau das entgegengesetzte Ziel: Die Schweizerische Nationalbank (SNB) will einen zu schwachen Euro verhindern. Nach umfassenden Deviseninterventionen führte sie im September 2011 deshalb eine Kursuntergrenze für den Euro auf 1.20 Fr. ein, die sie seither mit Zähnen und Klauen verteidigt. Mit Ausnahme eines technischen Ausrutschers im Asienhandel am Osterwochenende 2012 notiert der Euro seither auf oder über 1.20 Fr. Das SNB-Direktorium betonte an seiner letzten geldpolitischen Lagebeurteilung, dass es an dieser erfolgreichen Strategie festhalten wird: «Die SNB steht bereit, den Mindestkurs wenn nötig durch den Kauf von Devisen in unbeschränkter Höhe durchzusetzen und bei Bedarf weitere Massnahmen zu ergreifen.» Dieser Artikel ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital-Abonnements ab 28 Fr. / Monat Zu den Abonnements Bereits abonniert?

Leser-Kommentare

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Peter Lieberherr 02.06.2014 - 22:46
Gegen wen will denn Mario Draghi den Euro überhaupt abwerten? Ein höherer Schweizer Franken kann die Euro-Probleme ja nicht lösen. Also gegen den Dollar abwerten? Der ist doch ohnehin nicht mehr viel wert, darum geht das wohl auch nicht. Das Problem ist vielmehr, dass Frankreich, Italien u.a.m. gegen Deutschland abwerten müssten, also Süd-Euro gegen Nord-Euro. Soweit ist die EU aber… Weiterlesen »