Eingeloggt Nicht eingeloggt Suche E-Mail Leseliste Aktiv auf Leseliste Drucken Uhr E-Mail Term-Tag Arrow Left Arrow Right Arrow Down Arrow Up Charts Lock Abo Circle Circle Open Six Exchange Six Exchange Facebook Twitter Linkedin Xing Googleplus Whatsapp
Meinungen

Falsche Anreize

«Die Mindestlohninitiative setzt für Junge und Unternehmen falsche Anreize.»
Die Lohnstrukturerhebung zeigt, dass kein Bedarf für einen gesetzlichen Mindestlohn besteht. Ein Kommentar von FuW-Redaktor Peter Morf.

Wer Volksinitiativen lanciert, sieht immer Handlungsbedarf. Allzu oft allerdings ist dieser rein politisch motiviert. Das gilt auch für den Gewerkschaftsbund und seine Mindestlohninitiative. Es geht um die eigene Profilierung statt um die Problemlösung. Das illustriert die neue Lohnstrukturerhebung für den privatwirtschaftlichen Bereich.

Ist das Problem niedriger Löhne in der Schweiz derart schwerwiegend, dass es einer umfassenden gesetzlichen Regelung bedarf? Wer die Erhebung analysiert, kommt zum Schluss, dass dies nicht der Fall ist. Der Niedriglohnsektor in der Schweiz ist in den vergangenen zehn Jahren nicht gewachsen, sondern gar leicht geschrumpft. Im internationalen Vergleich ist er zudem sehr klein. Umgekehrt ist die Einkommensverteilung in keinem anderen Industrieland so ausgeglichen wie in der Schweiz.

Die Erhebung zeigt auch, wer mit niedrigen Löhnen zu leben hat: Vor allem Erwerbstätige, die über keine abgeschlossene Berufsausbildung oder «nur» eine unternehmensinterne verfügen. Genau da setzt die Initiative gerade für Junge verkehrte Anreize: Weil sie ohne Berufsbildung sofort einen Lohn von 4000 Fr. in Aussicht haben, sinkt die Attraktivität eine – vorerst schlechter bezahlte – Ausbildung zu absolvieren, womit sich die Betreffenden selbst künftiger Chancen auf dem Arbeitsmarkt berauben.

Falsche Anreize werden auch für die Unternehmen geschaffen. Können die erhöhten Lohnkosten nicht auf die Preise überwälzt werden, werden die Niedriglohnjobs nach Möglichkeit ausgelagert oder wegrationalisiert. Damit werden ausgerechnet die schwächsten Teilnehmer am Arbeitsmarkt ausgegrenzt. Statt in einem Niedriglohnjob beschäftigt, werden sie in die Arbeitslosigkeit geschickt. Das ist sozialpolitischer und volkswirtschaftlicher Unsinn.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.

Ein Kommentar zu «Falsche Anreize»

  • Markus Saurer sagt: 29.04.2014 – 23:46 Uhr

    Genau. Ecklösungen sind per se ineffizient. Viel wichtiger sind Leistungsanreize und dass man sich mit guten Leistungen verbessern kann (Flexibilität).