Märkte / Makro

Fed berichtet von Wachstumsverlangsamung

Der teilweise Stillstand der US-Regierung und das kalte Wetter haben das Wirtschaftswachstum im ersten Quartal belastet. Immer mehr Sorgen bereitet der Arbeitsmarkt.

Der teilweise Stillstand der US-Regierung hat in der Wirtschaft Spuren hinterlassen. Das geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten Konjunkturbericht des Federal Reserve hervor. In etwa jedem zweiten der zwölf Notenbankbezirke habe der längste Stillstand der US-Geschichte die wirtschaftliche Aktivität gebremst.

Zu den betroffenen Sektoren gehören laut dem Bericht der amerikanischen Nationalbank unter anderem Einzelhandel, Tourismus, Autohandel sowie das verarbeitende Gewerbe. Zusätzlich belastet wurden der Einzel- und der Autohandel durch das kalte Wetter.

Verlangsamung auf breiter Front

Zehn Bezirke berichteten für die Zeitspanne von Mitte Januar bis Ende Februar von einem schwachen bis moderaten Wachstum. In Philadelphia und St. Louis gab es gar einen Stillstand. Im Vergleich zum Bericht von Mitte Januar ist das eine Verschlechterung. Damals meldeten acht Bezirke ein bescheidenes bis moderates Wachstum.

Die Konjunkturabschwächung zeigt sich auch in der Prognose der Distriktnotenbank aus New York. Aktuell schätzt sie für das erste Quartal ein annualisiertes Wachstum von 0,9% gegenüber dem Vorquartal. Die Schätzung basiert auf einer Reihe von Wirtschaftsdaten. Dazu gehören unter anderem Konsumausgaben, Einkaufsmanagerindizes sowie Zahlen zum Häusermarkt.

Erfreulich entwickelte sich gesamthaft gesehen die US-Industrie. Diverse Betriebe machten sich aber Sorgen wegen der globalen Wachstumsverlangsamung, höherer Produktionskosten durch Importzölle sowie wegen Unsicherheit bezüglich der Handelspolitik.

In einigen Bereichen verteuerten die Zölle auch Importgüter. Das Preiswachstum wird im Bericht weiterhin als bescheiden bis moderat bezeichnet. In einigen Bezirken können Unternehmen aber nur einen Teil der gestiegenen Kosten an die Konsumenten weitergeben.

«Bedeutender Fachkräftemangel»

Weiterhin heiss läuft der Arbeitsmarkt. In allen Bezirken stieg die Beschäftigung. Während der Markt in allen Sektoren angespannt sei, herrsche unter anderem in der Informatik, auf dem Bau, in Restaurants sowie im verarbeitenden Gewerbe ein «bedeutender Fachkräftemangel». Laut dem Bericht beschränkt diese Knappheit das Beschäftigungswachstum. Im Januar stieg die Arbeitslosenquote auf 4%. Sie wurde aber vom teilweisen Regierungsstillstand beeinflusst.

Analog zur steigenden Beschäftigung haben auch die Löhne zugenommen. Eine Mehrheit der Bezirke berichtete von moderatem Lohnwachstum. Gestiegen sind teils auch die nichtmonetären Komponenten. Im Januar betrug das Wachstum des durchschnittlichen Stundenlohns 3,2%. Ob das Lohnwachstum seither wieder angezogen hat, wird sich am Freitag zeigen. Dann veröffentlicht das Statistikamt den Bericht für den Februar.

Wegen des temporären Einflusses des teilweisen Stillstands der US-Regierung und des harschen Wetters ist die Aussagekraft des Berichts überschaubar. Auf die Märkte hatte die Publikation darum auch keinen signifikanten Einfluss. Der marktbreite S&P 500 (SP500 3004.75 0.66%) verlor im Tagesverlauf 0,65%. Die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen sank 3 Basispunkte auf 2,69%.

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