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Fed-Chef: Rezession zurzeit kein Thema

Jerome Powell, der Chef der amerikanischen Zentralbank, sieht zwar die Risiken des Handelsstreits. Doch dessen Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft seien nicht so gross.

(Reuters) Der Zollkonflikt bringt laut der Notenbank Fed die im internationalen Vergleich robuste US-Konjunktur nicht aus der Spur. Die Auswirkungen des Streits hätten zwar zu der leichten Rezession in der Industrie beigetragen, räumte Fed-Chef Jerome Powell am Donnerstag vor dem Haushaltsausschuss des US-Repräsentantenhauses ein. Doch betrachte man die Gesamtwirtschaft, seien die negativen Effekte derzeit nicht so gross. Andere Industrie-Staaten überstrahle die US-Konjunktur gegenwärtig sogar wie ein Stern: «Es gibt keinen Grund für die Annahme, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Rezession erhöht wäre», sagte Powell bei der Anhörung.

In den USA legte das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal trotz der Auswirkungen des Handelsstreits mit China mit 0,5% mehr als doppelt so stark zu wie in der Euro-Zone. Der private Konsum, der für zwei Drittel der Wirtschaftsleistung steht, erwies sich dabei erneut als Wachstumstreiber. Die Fed hatte den Leitzins Ende Oktober zum dritten Mal in Folge gesenkt – um einen weiteren Viertelpunkt auf die neue Spanne von 1,5 bis 1,75%.

Als Hauptgrund dafür galten die vom internationalen Zollstreit ausgelösten Unsicherheiten im Handel. Mittlerweile hat die Fed signalisiert, dass sie vorerst die Füsse stillhalten will. Die USA und China hatten sich im Zollkonflikt angenähert. Einem Zeitungsbericht zufolge verzögert ein Streit über den Kauf landwirtschaftlicher US-Produkte durch China jedoch eine Einigung. US-Präsident Donald Trump hat eine baldige Unterzeichnung des Abkommens signalisiert, gleichzeitig aber mit neuen Strafzöllen gedroht, sollte der Deal platzen.

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